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Krefeld
Fichte-Gymnasium: Ende der Schulleitersuche ist in Sicht

Krefeld: Fichte-Gymnasium: Ende der Schulleitersuche ist in Sicht
Zum neuen Schuljahr soll ein neuer Direktor das Fichte-Gymnasium übernehmen. Gut informierten Kreisen ist der Name Andreas Kries als Kandidat genannt worden, derzeit nicht unumstrittener Schulleiter in Jüchen. FOTO: Thomas Lammertz
Krefeld. Eine Entscheidung über die neue Schulleitung für das Fichte-Gymnasium soll Ende des Monats fallen. Der Top-Kandidat kommt aus Jüchen. Der Besetzungsprozess war vorher gerichtlich gestoppt worden. Von Sebastian Peters

Eineinhalb Jahre lang war die Schulleiterstelle am Krefelder Fichte-Gymnasium nur kommissarisch besetzt, weil das Verwaltungsgericht Düsseldorf das Stellenbesetzungsverfahren gestoppt hatte. Der Krefelder Hauptschulleiter Marcel Opdenhostert hatte sich zuvor für das Direktorenamt am Fichte-Gymnasium beworben - sein Mitbewerber Wolfgang Kutz als ehemaliger stellvertretender Schulleiter des Fichte-Gymnasiums klagte dagegen, dass ein in der Besoldungsstufe niedriger angesiedelter Kandidat den Posten erhalten sollte.

Jetzt will die Bezirksregierung offenbar Nägel mit Köpfen machen, ohne die bisherigen Kandidaten zu berücksichtigen. Wie unsere Zeitung erfuhr, soll die Entscheidung in wenigen Wochen fallen. Aus gut unterrichteten Kreisen wurde als Kandidat Andreas Kries, derzeit noch Leiter des Gymnasiums in Jüchen, genannt. Andreas Kries (50) unterrichtete ab 1996 Geschichte und Physik in seinem Wohnort Heinsberg, wechselte 2008 nach Mönchengladbach. Bei seinem Amtsantritt in Jüchen lobte er, dass an der "großartigen Schule der Leistungsbegriff einen guten Klang hat." Mit seinem Kurs polarisiert er in der kleinen Stadt im Rhein-Kreis Neuss: Eltern dort warfen ihm vor, eine Eliteschule etablieren zu wollen.

Andreas Kries selbst teilte gestern auf Anfrage unserer Zeitung nur mit, dass das Verfahren förmlich nicht abgeschlossen sei, er sich zu gegebener Zeit äußere. Die Bezirksregierung Düsseldorf will ebenso verfahren, bestätigte aber, dass sie derzeit eine Umsetzung plane. Dies sei auch der Grund dafür gewesen, dass das Ausschreibungsverfahren für die Neubesetzung der Schulleiterstelle am Fichte-Gymnasium in Krefeld abgebrochen wurde. "Bei einer Umsetzung ist kein Ausschreibungsverfahren erforderlich." Soll heißen: Die Schulkonferenz muss nicht abstimmen.

Unsere Zeitung hatte im Januar 2014 exklusiv berichtet, dass die Bezirksregierung den Krefelder Hauptschulleiter Marcel Opdenhostert als Nachfolger für Waltraud Fröchte am Fichte-Gymnasium vorschlagen wollte. Gegen diese Nominierung klagte aber Wolfgang Kutz, bisher Stellvertreter am Fichte-Gymnasium, der auf Platz drei der Bewerberliste stand. Nach Informationen unserer Zeitung ging es bei der Klage um die Bewertung der einzelnen Qualifikationen - dabei stand die Frage im Raum, ob ein Hauptschulleiter bei der Bewerbung einem stellvertretenden Direktor eines Gymnasiums vorzuziehen ist. Die Neubesetzung wurde auf Eis gelegt, ein Gericht musste entscheiden. Im März 2014 teilte das Verwaltungsgericht Düsseldorf dann unter Wahrung der Anonymität der Personen mit, dass das Neubesetzungsverfahren gestoppt sei. Das Land NRW wurde per Gerichtsbeschluss aufgefordert, das Besetzungsverfahren am Fichte-Gymnasium neu aufzurollen. Nach Ansicht des Gerichtes hatte das Land, vertreten durch die Bezirksregierung Düsseldorf, die Qualifikationen der Bewerber nicht adäquat bewertet.

Das Gericht warf dem Land Rechtsfehler bei der dienstlichen Beurteilung eines der Kandidaten vor. Das Gericht monierte, dass die Bezirksregierung ihre Entscheidung allein auf das Gesamturteil der dienstlichen Beurteilungen der Bewerber gestützt habe, ohne zu berücksichtigen, dass der eine Antragssteller ein höheres statusrechtliches Amt innehabe.

Land und Bezirksregierung lösen den Konflikt nun damit, dass sie einen Kandidaten berücksichtigen, der ohnehin schon Schulleiter war, der also versetzt werden kann, ohne ein neues Stellenbesetzungsverfahren zu initiieren.

Quelle: RP
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