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Krefeld
Fischeln: Druck wegen Haltestellen-Plan

Krefeld: Fischeln: Druck wegen Haltestellen-Plan
Links der Bereich Kölner Straße / Anrather Straße heute; rechts die Visualisierung des künftigen Dorfplatzes als Shared-Place-Fläche, also als Fläche, die "geteilt" von allen Verkehrsteilnehmern - Autofahrern, Fußgängern, Radfahrern - genutzt würde. Die Grafik rechts zeigt den Bereich Kölner Straße / Anrather Straße mit Blick auf das dann umgebaute und erweiterte Volksbankgebäude. FOTO: Lammertz/ Grafik: SWK
Krefeld. Am Tag vor der Bezirksversammlung protestiert der Werbering Fischeln noch einmal massiv gegen die Pläne zum Ausbau der Haltestellen an der Kölner Straße. Die Fischelner fürchten um die Infrastruktur ihres Ortszentrums. Von Jens Voss

Am Ziel, barrierefreie Haltestellen an der Kölner Straße zu schaffen, zweifelt niemand - wohl aber an der Planung, die jetzt drauf und dran ist, verabschiedet zu werden. Aus Sicht des Werberings würde die Haltestellen-Organisation, wie sie zurzeit die Stadtwerke (SWK) favorisieren, die Struktur des Fischelners Zentrums im Bereich der Kreuzung Kölner Straße/ Hafelsstraße zerstören.

Geplant ist zurzeit von der SWK, die Haltestelle weiterhin zu zweiteilen: Die Bahnen in Richtung Stadt sollen wie bisher vor Rewe halten, die Bahnen stadtauswärts vor dem Rathaus. "Um diese Planung zu realisieren, müsste der ohnehin knappe Parkraum im Fischelner Geschäftszentrum an dieser Stelle um bis zu 20 Parkplätze reduziert werden", argumentiert der Werbering. Das knappe Grün dort würde noch knapper, weil zwei Bäume und Bepflanzungen geopfert werden müssten. Zudem wäre der Kundenparkplatz des "hochfrequentierten Geschäfts- und Gesundheitszentrums" neben dem Rewe-Markt (bei Krischer) für Kunden, die mit dem Auto aus Richtung Stadt kommen, auf direktem Wege nicht mehr erreichbar: Sie müssten über den Umweg Hafels-, Wolfers- und Wedelstraße wieder auf die Kölner Straße fahren, um dann von dort aus nach rechts auf diesen Parkplatz zu kommen, erläuterte Werbering-Vorsitzender Robert Reichling. Es wäre "ein mühsamer Umweg durch ein reines Wohngebiet", beklagt er.

Diese Variante favorisiert der Werbering Fischeln: Beide Haltestellen liegen in Höhe des Rathauses FOTO: SWK

Der Werbering fordert stattdessen, beide Haltestellen auf die Höhe des Rathauses zu verlegen - so bliebe die Krischer-Einfahrt frei, das Grün erhalten, und es würden weniger Parkplätze entfallen.

Die Stadtwerke wiederum weisen auf den gravierenden Nachteil bei dieser Lösung hin: Rückstaus mitten auf der Kreuzung Kölner Straße/ Hafelsstraße, denn die Autos müssten hinter den Bahnen halten. Der Werbering wiederum glaubt, dass solche Rückstaus "durch eine intelligente Ampelsteuerung auf der Kölner Straße, wie sie jetzt schon beidseits der Hafelsstraße funktioniert", verhindert werden können. "Solange die Straßenbahnen halten, hat der gesamte Verkehr, Radfahrer wie Autofahrer, ohnehin Stillstand, so wie auch heute schon", betont Reichling in seiner Erklärung, die er auch an die Politik und die Stadtwerke verschickt hat.

Die Vorstellungen des Werberings: Beide im Ortskern liegenden Haltestellen - Rathaus und Clemensstraße - werden barrierefrei hergerichtet; die Haltestellen Clemensstraße sollten am Bürgersteig auf beiden Seiten der Kölner Straße südlich der Clemensstraße liegen. Dadurch entstünde der Raum für den von der Fischelner Bevölkerung erwünschten barrierefreien "Dorfplatz" am Zunftbaum zwischen Volksbank und Deutscher Bank.

Diese Variante favorisieren die SWK: Eine Haltestelle liegt vor dem Rathaus, eine vor dem Rewe-Laden. FOTO: SWK

"Die Schaffung eines zentralen Begegnungsplatzes wird für die Einkaufs-und Aufenthaltsqualität und damit für die Weiterentwicklung des größten Krefelder Stadtteils von ganz entscheidender Bedeutung sein", betont Reichling. Schon jetzt trügen eine Vielzahl auch neuer Cafés dazu bei, die Fischelner Einkaufsmeile zwischen Hafels- und Clemensstraße zu stärken. Im Jahr 2016 werde die Volksbank im Herzen des "Dorfplatzes" umgebaut und aufgestockt. Das neue Gebäude fasse den Platz auf der westlichen Seite ein und gebe ihm seinen eigentlichen Charakter. Ein farblich abgesetzter Asphalt und ebene Übergänge im Zuge der Sanierung der Kölner Straße wären der erste Schritt zur Schaffung eines wirklichen "Shared Place" - also einem "geteilten Platz", den Autofahrer und Fußgänger gemeinsam nutzen könnten. Der Werbering betonte, er möchte dieses für Fischeln so wichtige Projekt "Neugestaltung der Kölner Straße" im Konsens mit Bürgerverein, Werbering, Politik, Verwaltung und SWK auf den Weg bringen.

Das Thema wird heute, 17 Uhr, im Fischelner Rathaus in der Bezirksvertretung verhandelt.

Quelle: RP
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