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Krefeld
Fischeln: Heißestes Schützenfest aller Zeiten

Krefeld: Fischeln: Heißestes Schützenfest aller Zeiten
Das Königspaar Helmut II. und Monika Hannappel nimmt beim Biwak vor seinem Haus an der Anrather Straße die Parade ab. Trotz der tropischen Temperaturen verzichteten der König wie auch seine Kameraden der Kürassier-Kompanie auf Uniformerleichterung. FOTO: Lammertz, Thomas (lamm)
Krefeld. Bei schwülen 37 Grad traten nur wenige Schützen komplett uniformiert an. Auch mit Rücksicht auf die Pferde wurde der Marschweg reduziert. Von Otmar Sprothen

Mit einem scharfen Pfiff auf seiner Pfeife treibt Regimentsoberst Hartmut Jurkschat seine Schützen zu ihren Kompanien, um Aufstellung für das Biwak vor dem Fischelner Königshaus zu nehmen. Nur zögerlich verlassen viele den Schatten, den die Häuser der sonnenabgewandten Seite der Saassenstraße bieten. Schon um 11 Uhr ist das Thermometer an diesem Samstag auf 35 Grad Celsius schwülwarmer Hitze geklettert mit der Folge, dass nur wenige Schützen trotzig "Comment" zeigen und perfekt uniformiert antreten.

Volluniformierte bedurften dringend regelmäßiger Wasserzufuhr. FOTO: Lammertz, Thomas (lamm)

"Wir haben angesichts der tropischen Witterung Marscherleichterung erteilt", erklärt Jurkschat; "unsere Leute können ihre Uniformjacke ablegen. Um unsere Pferde zu schonen, haben wir auch den Marschweg reduziert und überall Wasserstationen aufgestellt." Der Oberst hat diese Lockerheit für sich selber abgelehnt und verweist auf seinen Zweispitz: "Der Uniformhut schützt vor der Sonne."

Begleitet von den Marschklängen des Gellep-Stratumer Pfarrorchesters St. Andreas setzt sich der Zug schließlich zum Schützenbiwak vor der Residenz von König Helmut (Hannappel) und Königin Monika an der Anrather Straße in Bewegung. Die 6. Kompanie trägt rote Polohemden, manche Kompanien ziehen in vollem Ornat; andere kann man nur an der Farbe der zum weißen Hemd getragenen Krawatte unterscheiden.

Verdiente Uniformerleichterung: ein Füllhornträger beim gestrigen Umzug. FOTO: Lammertz, Thomas (lamm)

Beim Marsch in die schattige Clemensstraße scheint das Leben in die 18. Kompanie zurückzukehren. Auf ein lautes Kommando hin zeigt die Kompanie zur Freude der Zuschauer immer wieder eine linksdrehende Marschpirouette. Beim Einzug in die geschmückte "Königsallee" beschleunigt sich der Marschschritt. Zahlreiche Getränkestände weisen auf die Nähe der Königsresidenz hin. Von einer kleinen Tribüne aus nimmt das Königshaus die Parade seiner Schützen ab, dann mischt sich König Helmut II. unter seine Getreuen und lädt sie ein, ihren Durst zu löschen. Bei dieser Aktion gerät das sonst so beliebte Schützenbier ins Hintertreffen. Wasser ist in. Locker wandert der König von Gruppe zu Gruppe, flachst mal hier und lacht mal dort mit.

"Schütze ist man nicht mit dem Auge, sondern mit dem Herzen", steht auf den grünen T-Shirts einiger Kinderschützen. Sie waren auf dem Ankerfest am Vorabend erst in die Schützengemeinschaft aufgenommen worden, wie Marc Arenz, zusammen mit Michael Blum Sprecher der Fischelner Bürgerschützen-Gesellschaft, erklärt. Annähernd 50 Neurekrutierungen seien es gewesen. Um den Nachwuchs brauchten sich die Fischelner Schützen also keine Sorgen zu machen. Und was die großen Schützen betrifft, erklärt Arenz: "Wenn die erste Veranstaltung das Eis gebrochen hat, bleibt die gute Stimmung erhalten, egal, wie das Wetter ist. Wir erleben das fünftägige Schützenfest wie einen einzigen langen Tag."

Das Handtuch gegen den tropfenden Schweiß gehörte gestern zur Grundausstattung auch etlicher Musikanten. FOTO: Thomas Lammertz

Am gestrigen Sonntagnachmittag erreichte das Schützenfest seinen Höhepunkt: Beim großen Festumzug präsentierten die Schützen üppig mit Blumen beladene Füllhörner. Dabei war nicht nur die Blütenpracht zu bewundern, sondern auch die Leistung der Träger, die tapfer der extrem schweißtreibenden Schwüle trotzten.

Quelle: RP
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