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Krefeld
Fischeln: Streit um Haltestellen eskaliert

Krefeld: Fischeln: Streit um Haltestellen eskaliert
Das wollen die Fachleute I: Stadteinwärts soll die Haltestelle vor dem Rewe-Markt (hinten rechts) angelegt werden. FOTO: Lammertz
Krefeld. Weil die Verwaltung nicht wie geplant die Haltestellen Clemensstraße und Rathaus Fischeln zusammenlegen und erstere auch nicht barrierefrei umbauen will, sind Politiker in Fischeln verärgert. Sie wollen gegen die Vorlage stimmen. Von Carola Puvogel

Eine Beschlussvorlage, die kommende Woche dem Planungsausschuss vorgelegt werden soll, löst Empörung in Fischeln aus. Entgegen des mehrheitlichen Beschlusses der Bezirksvertretung Fischeln ist der Vorschlag, die Haltestellen Clemensstraße und Rathaus auf Höhe der Sparkasse zusammenzulegen und barrierefrei neu zu bauen, vom Tisch. Stattdessen sieht die Vorlage vor, die aus Sicht von Verwaltung und SWK von Anfang an favorisierte Variante zu bauen. Das bedeutet, den Bahnsteig der Haltestelle "Fischeln Rathaus" stadtauswärts vor dem Rathaus einzurichten, den Bahnsteig Richtung Zentrum vor dem Rewe-Markt. Damit verbunden ist ein Anheben der Fahrbahn zwischen Gehweg und der in Straßenmitte befindlichen Haltestelle, so dass ein barrierefreier Zugang entsteht. Die Haltestelle Clemensstraße soll demnach nicht umgebaut werden und wird somit auch nicht barrierefrei sein.

Benedikt Lichtenberg, Ratsherr und Sprecher der CDU-Fraktion in der Bezirksvertretung Fischeln, findet für den Vorschlag klare Worte: "Das ist doch eine ganz billige Masche der Verwaltung, vier Monate lang, seit dem Beschluss in der Bezirksvertretung, zu prüfen, aber keine Informationen an die Politik zu geben. Die Politik weiß nichts von diesem Vorschlag." Es könne nicht sein, dass "in Krefeld entschieden wird, was in Fischeln passiert". Lichtenberg glaubt nicht, dass seine Fraktion im Planungsausschuss gegen den Willen der Bürger entscheiden wird. Zudem mache die Lösung keinen Sinn, wenn die Clemensstraße, in deren Nähe sich das Altenheim befinde, weiterhin nicht-barrierefrei bleibe.

Das wollen die Fachleute II: Stadtauswärts soll die Haltestelle vor dem Fischelner Rathaus angelegt werden. FOTO: Lammertz

Bezirksvorsteherin Doris Nottebohm (SPD) hält den Vorschlag für "nicht akzeptabel" und spricht von "Stückwerk". "Wir fordern eine Komplettlösung mit Barrierefreiheit an der Clemensstraße und Lösungen für den Dorfplatz", sagt Nottebohm.

Auch Robert Reichling, Sprecher des Werberings Fischeln, lehnt diese Haltestellen-Variante ab. "Ich bin sehr zuversichtlich, dass der Planungsausschuss das, was in Fischeln mit großer Mehrheit beschlossen worden ist, unterstützen wird, also diesen Vorschlag ablehnt." Reichling weist darauf hin, dass mit der Anhebung der Fahrbahn neue Barrieren geschaffen würden, nämlich für alle Besucher des großen Geschäftszentrums im Umfeld von Hafels, die zukünftig nicht mehr von der Kölner Straße stadtauswärts fahrend die Parkplätze erreichen können.

Auch für das Fischelner Schützenfest und Fischeln Open sei die Anhebung der Fahrbahn kontraproduktiv, betont Reichling. Der Werbering hatte vorgeschlagen, die Haltestellen für beide Fahrtrichtungen vor das Rathaus zu legen und eine barrierefreie Lösung für die Clemensstraße zu finden, hätte aber auch mit der Sparkassen-Variante leben können. Bürgervereinsvorsitzender Reiner Schütt vertraut auf die Entscheidungsfindung von Verwaltung und SWK: "Wenn man nach reiflicher Überlegung zu dem Schluss gekommen ist, dass dies die beste Lösung ist, dann können wir damit leben." Schütt betont, dass der Bürgerverein die Umsetzung des Projekts "Fischelner Dorfplatz" im Dreieck Kölner Straße/Anrather Straße im Zuge des Umbaus der Kölner Straße vorantreiben will. "Wir hoffen, dass das umsetzbar ist." Zwar heißt es in der Verwaltungsvorlage, dass eine Einrichtung eines verkehrsberuhigten Bereiches dort nicht möglich sei. Schütt will dennoch eine Temporeduzierung und eine optische Gestaltung der Fahrbahn durchsetzen. "Wir haben bereits einen Sponsor gefunden, der sich an einer farbigen Gestaltung des Asphalts beteiligen würde", sagt er im Gespräch mit unserer Zeitung.

Die Verwaltung begründet in ihrer Beschlussvorlage die Entscheidung zugunsten der Rathaus/Rewe-Lösung ausführlich. Wichtiger Punkt: Die Planung für diese Variante ist fertig. Weil der Haltestellenumbau zeitgleich mit der Sanierung der Fahrbahndecke in 2016 erfolgen soll, würde eine Neuplanung zu lange dauern und auch VRR-Fördermittel gefährden. Die Kölner Straße sei für zwei symmetrisch gegenüberliegende Haltestellen zu schmal, außerdem würden bei der Sparkassen-Variante wesentlich mehr Parkplätze entfallen.

Quelle: RP
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