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Krefeld
Fischeln: Umstrittene Haltestelle kommt

Krefeld. Die umstrittene Straßenbahnhaltestelle auf der Kölner Straße kommt in der von den Fachleuten favorisierten Form. Das hat gestern der Planungsausschuss mit den Stimmen von SPD, Grünen und "Die Partei" beschlossen. Damit soll die Haltestelle stadteinwärts vor dem Rewe-Markt und stadtauswärts vor dem Fischelner Rathaus angelegt werden. Die Bezirksvertretung Fischeln und der Fischelner Werbering lehnen diese Lösung entscheiden ab.

CDU und FDP im Planungsausschuss wollten gestern die Entscheidung vertagen und den Bürgern mehr Einfluss auf die Planung geben. Die in Fischeln bevorzugte Variante sieht eine barrierefreie Haltestelle in Höhe der Sparkasse vor. Diese Lösung sei aber technisch nicht umsetzbar, sagen die Fachleute der Stadt und von den Stadtwerken. Sie drängten auf eine Entscheidung, da es sonst eng werden könnte mit den zugesagten Fördermitteln - bei einer Verzögerung könne es Jahre dauern, bis dort gebaut würde. Eile sei auch angesichts der dringend notwendigen Fahrbahnerneuerung, die im Zuge des Haltestellen-Umbaus vorgenommen werden sollte, geboten, hieß es. Die Verschiebung der Entscheidung wurde schließlich abgelehnt.

In Fischeln wird die nun beschlossene und lange diskutierte Variante parteiübergreifend abgelehnt. Benedikt Lichtenberg, Ratsherr und Sprecher der CDU-Fraktion in der Bezirksvertretung Fischeln, hatte der Verwaltung vorgeworfen, die Politik viel zu spät über die nun beschlossene Variante informiert zu haben, und sah darin Taktik. Es könne nicht sein, dass "in Krefeld entschieden wird, was in Fischeln passiert".

Durch die SPD geht ein Riss. Fischelns SPD-Bezirksvorsteherin Doris Nottebohm hatte den Vorschlag, der gestern im Planungsausschuss auch mit den SPD-Stimmen beschlossen wurde, im Vorfeld "nicht akzeptabel" genannt. Gestern im Planungsausschuss fehlte die Ratsfrau; am Rande der Sitzung wurde vermutet, dass sie wohl hatte vermeiden wollen, gegen ihre Fraktion stimmen zu müssen. Robert Reichling, Sprecher des Werberings Fischeln, lehnt die Haltestellen-Variante auch deshalb ab, weil mit der Anhebung der Fahrbahn neue Barrieren geschaffen würden, nämlich für alle Besucher des großen Geschäftszentrums im Umfeld von Hafels, die zukünftig nicht mehr von der Kölner Straße stadtauswärts fahrend die Parkplätze erreichen können. Der Werbering hatte vorgeschlagen, die Haltestellen vor das Rathaus zu legen und eine barrierefreie Lösung für die Clemensstraße zu finden, hätte aber auch mit der Sparkassen-Variante leben können.

Bürgervereinsvorsitzender Reiner Schütt hatte sich im Vorfeld offen für die von den Fachleuten entwickelte Variante gezeigt: "Wenn man nach reiflicher Überlegung zu dem Schluss gekommen ist, dass dies die beste Lösung ist, dann können wir damit leben", hatte er gesagt. Der Bürgerverein will vor allem das Projekts "Fischelner Dorfplatz" im Dreieck Kölner Straße/Anrather Straße im Zuge des Umbaus der Kölner Straße vorantreiben. Schütt will eine Temporeduzierung und eine optische Gestaltung der Fahrbahn durchsetzen - dafür sei ein Sponsor gefunden.

(bk/vo/ puv)
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