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Krefeld
Fischelner glänzen in Saint-Saens' Weihnachtsoratorium

Krefeld. Barock und Romantik stimmten in der voll besetzten Kirche St. Clemens auf den dritten Adventssonntag ein. Von Mojo Mendiola

Am dritten Adventssonntag lud Kantor Klaus-Peter Jamin zu einem Konzert in die Fischelner Kirche St. Clemens. Mit dem Kirchenchor und der Cantilena ad Libitum St. Clemens hatte er Johann Sebastian Bachs Adventskantate "Nun komm, der Heiden Heiland" (BWV 62) und das Oratorio de Noel op.12 von Camille Saint-Saëns einstudiert und brachte es nun, herrlich begleitet vom Kammerorchester Stringendo, zur Aufführung.

Restlos besetzt war die Kirche, einige hörten stehend zu, und die somit reichlich vorhandene textile Dämmung trug zu der ausgezeichneten Akustik bei, in der die Tonreinheit und Transparenz im Klangbild der vereinten Chorsängerinnen und -sänger bestens zur Geltung kam. Gleiches gilt für das Instrumentalensemble, das für gewöhnlich von Wolfgang Richter geführt wird, in diesem Rahmen jedoch der Gesamtleitung durch Jamin unterstand.

Forsch stieg der Chor in Bachs Kantate ein, anheimelnd füllig beschloss er sie mit dem "Lob sei Gott", und das Duett von Sopran (Ulrike Mertens) und Alt (Sara Wißkirchen) war ein Genuss. Dass Bach allerdings in den Arien von Tenor (Jens Lauterbach) und Bass (Matthias Zangerle) das Stilmittel des melismatischen Gesangs, also das Singen einer Silbe über mehrere, in diesem Fall über nahezu endlos viele Noten, inflationär häufig einsetzte, machte die Sache nicht nur anstrengend zu singen, sondern auch zuzuhören.

Amüsanter wurde es bei Saint-Saëns. Der Chor begeisterte durch ausgefeilte Dynamik und wunderbares Spiel mit den einzelnen Stimmgruppen, zum Beispiel im "Quare fremuerunt". Instrumental setzte Uta Deilmann auf der Harfe besonders schöne Akzente, und auch die Solisten sowie die Mezzosopranistin Ulrike Kamps-Paulsen machten erneut viel Freude, Sara Wißkirchen etwa im Silbe für Silbe ausdrucksstark gesetzten "Exspectans exspectavi Dominum".

Weitere gesangliche Höhepunkte waren das Terzett "Tecum principium" und das "Consurge filia Sion" als Wechselspiel der einzelnen Solisten mit dem Chor. Mit Ruhe, aber sicherem Zugriff dirigierte Jamin die Seinen auch durch dieses modernere Werk, und am Ende gab es begeisterten Jubel.

Quelle: RP
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