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Krefeld
Fischelner planen Wohnprojekt fürs Alter

Krefeld: Fischelner planen Wohnprojekt fürs Alter
Ulrike Welter, Marita Wilstacke, Maria Kürten und Ludger Wilstacke (hinten, v.l.) planen das Projekt "Gemeinsam Wohnen im Alter in Fischeln". Manuela Hansmann (vorn) vom ASB hilft bei der Koordination. FOTO: Thomas Lammertz
Krefeld. Selbstständig bleiben im gewohnten Fischelner Umfeld ist das Ziel einer Gruppe älterer Bürger. Sie wollen in ihrem Stadtteil ein Wohnhaus realisieren, in dem sie sich gegenseitig unterstützen und Einsamkeit vorbeugen können. Von Carola Puvogel

Eine Gruppe von Fischelnern hat sich gemeinsam auf den Weg gemacht, Anonymität und Vereinsamung im Alter aktiv aus dem Weg zu gehen. Ihre Idee: Sie wollen in ihrem Stadtteil ein Wohnprojekt realisieren, in dem rund 20 Senioren - alleinstehende Männer und Frauen sowie Paare - gemeinsam leben können. Noch sind die Planungen ganz am Anfang, weitere Teilnehmer willkommen. Fest steht jedoch bereits, dass bei erfolgreicher Umsetzung jeder Bewohner seine eigene abgeschlossene Wohnung bekommen soll, zusätzlich dazu sind Gemeinschaftsräume "mit Aufforderungscharakter" als Orte der Begegnung geplant. Begleitet wird die Interessengruppe "Gemeinsam Wohnen im Alter in Fischeln" von Manuela Hansmann, Projektkoordinatorin beim Arbeiter Samariter Bund (ASB).

Ludger Wilstacke, der gemeinsam mit seiner Frau Marita einziehen würde, erklärt das Ziel des Wohnprojektes: "Wir wollen selbstständig bleiben in einem Umfeld, in dem man sich wohlfühlt, und das Senioren- oder Pflegeheim so lange wie möglich herauszögern."

Rund 15 Teilnehmer kommen zu den regelmäßigen Treffen im Abstand von etwa drei Wochen. Um sich besser kennenzulernen und zu evaluieren, wer welche Vorstellungen vom gemeinsamen Wohnen hat, hat die Gruppe einen umfangreichen Fragebogen entwickelt, der derzeit ausgewertet wird. "Es ist schon so, dass wir bei manchen Punkten noch sehr weit auseinanderliegen", sagt Maria Kürten, mit 51 Jahren die jüngste in der Gruppe. "Wir sind aktuell noch in der Findephase." Einigkeit herrscht aber in einem wichtigen Punkt: "Jeder soll sich später in die Gemeinschaft gut einfügen, keiner soll sich isolieren", erklärt Ulrike Welter. Die Projektgruppe solle kein Wohnungsbauunternehmen sein, sagt Kürten, "sondern wir wollen gemeinsam leben." Deshalb ist es den aktuellen Gruppenmitgliedern besonders wichtig, sich vor einem tatsächlichen Start des Wohnprojekts erst mal gut kennenzulernen und herauszuarbeiten, was die jeweiligen Vorstellungen von Gemeinschaft sind. "Sicherlich ist so ein Wohnprojekt nicht für jeden geeignet", glaubt Maria Kürten. "Das kann und sollte jeder jetzt in der Planungsphase für sich herausfinden."

Hilfreich bei der Planentwicklung sei das Lernen von anderen ähnlichen Projekten. Zwei Häuser in Düsseldorf und Kempen hat die Gruppe sich bereits angesehen, eine weitere Besichtigung in Köln ist geplant. Später, wenn die Pläne sich konkretisieren, soll eine Genossenschaft gegründet werden. Auch die Frage, wie das Projekt finanziert werden soll, ist noch offen. Es sind Varianten von "selber finanzieren" bis "Investor oder Bauträger finden" im Gespräch. Kontakte zur Stadtverwaltung, die eine Stelle für "neue Wohnformen" eingerichtet hat, sind geknüpft, ebenso sucht die Gruppe das Gespräch mit der Wohnstätte. Aktuell scheint ein Neubau wahrscheinlicher, als der Umbau eines bestehenden Gebäudes, denn: "Uns fällt in Fischeln einfach kein in Frage kommendes Objekt ein, das groß genug wäre", sagt Wilstacke.

Die Fischelner Gruppe sucht noch weitere Interessenten für das Projekt. "Der Einstieg ist auf jeden Fall möglich und derzeit natürlich auch noch völlig unverbindlich. Wir haben die kritische Masse noch nicht erreicht - und ein paar treibende Kräfte mit unterschiedlichen Fähigkeiten könnten wir gut gebrauchen", sagt der Agraringenieur. Und Maria Kürten scherzt: "Architekten und Rechtsanwälte sind besonders willkommen."

Quelle: RP
 
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