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Krefeld
Neue Zeltstadt für 700 Flüchtlinge

Flüchtlinge Krefeld: Neue Zeltstadt auf ehemaligem Kasernengelände
An der ehemaligen Kaserne an der Kempener Allee soll eine Zeltstadt ähnlich wie diese entstehen. FOTO: dpa, dm ink
Krefeld. In Krefeld soll auf dem ehemaligen Kasernengelände an der Kempener Allee eine Zeltstadt für 700 Flüchtlinge entstehen. Das wurde am Dienstagmorgen bekannt.  Von Jens Voss

Die ehemaligen Kasernengebäude selbst sind für die Unterbringung nicht zu gebrauchen, da sie in zu schlechtem Zustand sind. Die Zelte sollen als Erstaufnahmestation dienen. Dies hat Innenminister Ralf Jäger (SPD) Dienstagmorgen Krefelds Oberbürgermeister Gregor Kathstede mitgeteilt. Die Flüchtlinge, die dort einquartiert werden sollen, werden zur Erstaufnahme im Auftrag des Landes untergebracht. 

Die Bezirksregierung will auf die Stadt Krefeld zukommen, kündigte Jäger an. Die Stadt weiß dementsprechend noch nicht,  unter wessen Federführung der Bau der Zeltstadt erfolgen soll. Sicher ist bislang nur: Sie soll winterfest sein.

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Die 700 Flüchtlinge werden auf das Kontingent der Flüchtlinge, die Krefeld aufzunehmen hat, angerechnet. Die Stadt geht davon aus, dass sie bis Ende des Jahres etwa 2200  Flüchtlinge beherbergen wird, davon 700 zur Erstaufnahme im Auftrage des Landes. Das bedeutet auch, dass mit dem Bezug der Zeltstadt die Glockenspitz-Turnhalle, die als Provisorium für das Flüchtlingskontingent des Landes als Auffanglager hergerichtet wurde, wieder frei wird.   

Die Kaserne wurde von den Nazis gebaut; nach dem Krieg zogen dort britische Soldaten ein. Die letzten Briten verließen 2002 Krefeld; seitdem steht die Kaserne leer. Eigentümer ist der Bund über die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA). Seit Jahren ist im Gespräch, auf dem Gelände Flüchtlinge unterzubringen. Versuche, das Areal an einen Investor zu verkaufen, sind immer wieder gescheitert, was wohl  auch damit zu tun hat, dass die Kaserne als Gesamtanlage in die Denkmalliste der Stadt eingetragen ist.  

Bestandteile des Denkmals sind das Mannschaftsgebäude, die Offiziersmessen, die Stabsgebäude, die Werkstattgebäude, der Exerzierplatz, das Erschließungssystem und die Umfassungsmauer. Die Kaserne hat aus Sicht des Rheinischen Amtes für Denkmalpflege besonderen Wert – aufgrund der Bauzeit im Nationalsozialismus sowie der spätere Nutzung durch die Besatzungsmächte. 

Quelle: RP
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