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Krefeld
Flüchtlinge ohne Traumjob - aber mit Träumen

Krefeld: Flüchtlinge ohne Traumjob - aber mit Träumen
Maria Hahn und Christian Kautz (stehend) helfen, Rubaba Bahramov, Karim Berete und Touseef Hussain Sheikh (v.l.), in Arbeit und Ausbildung zu bringen. FOTO: T. Lammertz
Krefeld. Der Krefelder Flüchtlingsrat hilft beim Vermitteln von Praktika. Drei Beispiele. Von Lena Bender

Mit einem Praktikum suchen viele Menschen einen ersten Einstieg in den richtigen Beruf. Es kann als erste Orientierungshilfe dienen und einen Überblick über das Berufsfeld geben. Genau das hat sich auch der Flüchtlingsrat Krefeld überlegt und die Initiative "Flüchtling ohne Traumjob - aber mit Träumen" ins Leben gerufen. Das Projekt verfolgt das Ziel, Flüchtlinge beruflich und gesellschaftlich zu integrieren und ihnen beim Einstieg in die Berufswelt zu helfen. Initiatorin des Projektes Maria Hahn erklärt: "Wir wollen eine Brücke zwischen den Flüchtlingen und Unternehmen und Organisationen sein, bei denen den Flüchtlingen eine Zukunftsperspektive gegeben werden kann." Flüchtlinge und Helfer stellen gemeinsam die wichtigsten Daten zusammen, fertigen einen Lebenslauf an und suchen nach Zielperspektiven. So könnten Schul- und Ausbildungsplätze vermittelt und Kontakte zu Arbeitsplätzen hergestellt werden.

So sind auch Rubaba Bahramov, Karim Berete und Touseef Hussain Sheikh zu ihrem Praktikumsplatz im Seniorenzentrum "Am Bismarckviertel" gekommen. Rubaba Bahramov kommt aus Aserbaidschan und ist seit einem Jahr in Deutschland. Ihr Traum ist es, als Altenpflegerin oder Köchin zu arbeiten. Im sechswöchigen Praktikum im Seniorenzentrum war sie in dem Bereich "Pflege" tätig. Sie hat Senioren beim Essen und bei der Medikamenteneinnahme geholfen, hat sie gewaschen und betreut.

Auch Karim Berete aus Guinea ist während seines Praktikums im Pflegebereich tätig gewesen. "Mir hat die Arbeit gut gefallen. Und ich habe viele neue Leute kennengelernt", sagt der 20-Jährige. Auch das gehört zum Ziel des Projektes: Flüchtlinge sollen sich durch neue Kontakte besser einleben können und sich so mehr als Teil der Gesellschaft fühlen. Außerdem sollen die deutschen Sprachkenntnisse durch das Praktikum verbessert werden.

Touseef Hussain Sheikh hat sechs Wochen im Seniorenzentrum im Bereich "Kommunikation und Spielen" gearbeitet. Er sagt, die erlernten Deutschkenntnisse aus seinem Sprachkurs habe er durch den Kontakt zu den Senioren und den vielen Gesprächen mit seinen Mitarbeitern vertiefen können. Der 37-Jährige kommt ursprünglich aus Pakistan und ist ebenfalls seit einem Jahr in Deutschland.

Aufgrund der guten erbrachten Leistungen der drei Praktikanten bietet das Seniorenzentrum ihnen nun allen einen Minijob an. "Die Arbeitszeiten erlauben den Besuch einer Abendschule, damit sie ihren Hauptschulabschluss absolvieren können. So werden Schule und Arbeit erfolgreich kombiniert", sagt Christian Kautz, ehrenamtlicher Mitarbeiter bei dem Projekt. Im Anschluss an den Schulabschluss ist es der Wunsch von allen, eine Ausbildung zum Altenpfleger oder Altenpflegehelfer zu absolvieren.

In Pflegeeinrichtungen sei der Bedarf an Personal hoch, erzählt Maria Hahn. Aber auch in anderen Bereichen wie Wirtschaft und Technik habe das Projekt schon einige Praktikanten erfolgreich vermitteln können.

Quelle: RP
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