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Krefeld
Flüchtlingshalle auf Festplatz in Traar

Krefeld: Flüchtlingshalle auf Festplatz in Traar
FOTO: Lothar Strücken
Krefeld. Schon im Januar soll in Traar eine Traglufthalle für Flüchtlinge aufgebaut werden. Bis zu 150 Personen sollen darin unterkommen. Darüber informiert Marc Blondin, Vorsitzender des Bürgervereins, in einem Schreiben an die Mitglieder. Von Sebastian Peters

Der Verwaltungsvorstand der Stadt Krefeld hat sich auf einen Standort für eine Flüchtlingshalle festgelegt: Eine Traglufthalle für bis zu 150 Personen wird demnach auf dem Festplatz in Traar aufgebaut. Mit Bezug der Halle ist Ende Januar zu rechnen Dies geht aus einem Schreiben des Traarer Bürgervereinsvorsitzenden Marc Blondin an Traarer Vereine hervor, das unserer Redaktion vorliegt.

Blondin, der auch CDU-Vorsitzender in Krefeld ist, hatte am 20. November mit den Vereinsvertretern verabredet, dass er sie sofort in Kenntnis setzt, wenn sich eine Entwicklung beim Thema Flüchtlingshallen absehen lässt. "Ich wünsche mir, dass wir uns dieser Herausforderung gemeinsam stellen und das Beste aus der Situation machen, gerade auch im Sinne der Menschen, die bei uns Zuflucht suchen. Ich danke für Ihr Verständnis", schreibt Blondin nun wörtlich. Oberbürgermeister Frank Meyer (SPD), so erklärt Blondin, werde in Kürze die Öffentlichkeit über die Planung in Traar informieren.

FOTO: Andreas Bretz

Wochenlang hatte die Stadt untersucht, welcher Platz auf Krefelder Stadtgebiet sich für den Aufbau einer Halle eignet. Eine Liste, die den Parteien vorgelegt worden war, beinhaltet insgesamt zwölf Örtlichkeiten, an denen aus Sicht der Stadt grundsätzlich eine Schaffung von Unterkünften möglich ist: Das sind die ehemalige Kaserne Emil-Schäfer-Straße, die ehemalige Kaserne Kempener Allee, der Festplatz Oppum, der Festplatz Gartenstadt, der Festplatz Verberg, der Parkplatz Nord des Elfrather Sees, das Badezentrum Bockum, der Parkplatz Girmesgath (Stadthaus), der Sportplatz Bökendonk, der Sportplatz Sprödental (Grenzstraße), der Sportplatz Reepenweg sowie der Festplatz in Traar. Dieser Platz wurde nun ausgewählt, weitere könnten folgen.

Im Krefelder Stadtbezirk Ost, zu dem Traar gehört, sind bisher kaum Flüchtlinge untergebracht. Das geht aus einer Statistik hervor, die die Kommunalpolitische Vereinigung der CDU vorgelegt hat. Demnach lebt - Stand 9. November - im ganzen Bezirk Ost nur ein Asylsuchender. Bei insgesamt 37517 Einwohnern (Stand Juni 2015) bedeutet dies 0,03 Flüchtlinge je Einwohner dort. In anderen Stadtteilen sind es deutlich mehr Flüchtlinge. Demnach kommen auf den Stadtbezirk West 8,41 Flüchtlinge auf 1000 Einwohner (absolut: 308 bei 36.604). Die weiteren Zahlen: Bezirk Nord 1,45 (27 auf 18.670); Hüls 0,89 (15 auf 16.834); Mitte 18,45 (776 auf 42.053); Süd 14,89 (247 auf 16.587); Fischeln 17,04 (453 auf 26.581); Oppum/ Linn 12,2 (256 auf 20.988) sowie Uerdingen 11,4 (212 auf 18.595).

Hintergrund: Flüchtlinge in Turnhallen

Marc Blondin hat mit Stadtdirektorin Beate Zielke vereinbart, dass der Bürgerverein Traar federführend eine Bürgerversammlung organisiert, an der auch Vertreter der Krefelder Stadtverwaltung teilnehmen sollen. Sie soll entweder am 11. Dezember, 17. Dezember oder 18. Dezember im großen Saal des Gemeindeheims St. Josef stattfinden.

Eine schnellere Belegung des Festplatzes ist schon allein deshalb nicht möglich, weil die Grundschule Buscher Holzweg bis Ende des Monats dort ein Zirkuszelt für bis zu 560 Personen aufbauen will. Anschließend proben dort alle 237 Kinder eine Woche lang unter Anleitung der Zirkusleute und der Lehrerinnen für drei Zirkusaufführungen am 4. und 5. Dezember. Erst dann wäre der Platz nutzbar.

Fotos: Wo Flüchtlinge wohnen können FOTO: dpa, rwe jai

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Quelle: RP
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