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Krefeld
Flüchtlingshilfe: Facebook-Gruppe wird Verein

Krefeld: Flüchtlingshilfe: Facebook-Gruppe wird Verein
Martin Cremers, Elvira Zander, Marina Hornak, Martina Deselaers, Petra Engelbertz und Lavinia Raube (v.l.) engagieren sich für Asylsuchende. Aktuell bereiten sie die Gründung eines Vereins vor, eine Gemeinnützigkeit wird angestrebt. So sollen in Zukunft auch Spendenquittungen ausgestellt werden können. FOTO: T. Lammertz
Krefeld. "Helfende Hände" heißt die Facebook-Gruppe, über die Spenden für Flüchtlinge verteilt werden. Jetzt gründen die Initiatoren einen Verein. Von Carola Puvogel

Schnell und unbürokratisch Sachspenden an Flüchtlinge verteilen: Mit diesem Konzept haben die rund 780 Mitglieder der Facebook-Gruppe "Helfende Hände" in den vergangenen Monaten die Not von in Krefeld untergebrachten Asylsuchenden gelindert. Bekleidung, Möbel, Hausrat oder auch Karnevalskostüme haben so neue Besitzer gefunden. Das Prinzip ist einfach: Auf der Plattform werden Spendenangebote und -gesuche einstellt. Eine Frau, die einer syrischen Familie beim Einleben hilft, postet beispielsweise ein Gesuch für Kinderspielsachen. Nun können sich Spender über die Kommentarfunktion melden, später kann dann eine Übergabe der Sachspenden verabredet werden.

Jetzt soll aus der Facebook-Gruppe ein gemeinnütziger Verein hervorgehen. Das berichtet die designierte erste Vorsitzende, Marina Hornak. "Es gibt viele Firmen, die unsere Arbeit gern mit Spenden unterstützen würden", berichtet sie. "Vor Weihnachten haben wir zum Beispiel in der Funzel in Gartenstadt ein großes Fest für Flüchtlinge organisiert. Aber als Facebook-Gruppe konnten wir für die türkische Firma, die das Buffet beigesteuert hat, keine Spendenquittung ausstellen. Diesem Problem möchten wir nun mit der Gründung eines Vereins entgegenwirken." Für den Verein wird eine Gemeinnützigkeit angestrebt. Auch wenn der Verein aus der Internet-Community hervorgeht, sollen die Aktivitäten bei Facebook und die Vereinsarbeit zukünftig unabhängig voneinander laufen. "Helfende Hände bei Facebook geht wie gewohnt weiter, niemand, der sich dort engagieren möchte, muss Vereinsmitglied werden", sagt Hornak. Im Verein, der "Helfende Hände Krefeld" heißen soll, will man sich zunächst vordringlich darum kümmern, Lagerkapazitäten für Sachspenden einzurichten. Aktuell bereitet die Lagerung Probleme, weil die Mitglieder dafür private Räume zur Verfügung stellen müssen - eine absolute Notlösung, wie Marina Hornak deutlich macht.

"Wir haben die Vereinsziele jedoch nicht nur auf Flüchtlinge, sondern auf alle bedürftigen Menschen in Krefeld und Umgebung ausgerichtet", erklärt Hornak. Eine Anschubhilfe gibt das Uerdinger Prinzenpaar, das die Einnahmen des Weihnachtskegelns zur Verfügung stellt. Die Vereinsbeiträge sind mit 12 Euro pro Jahr niedrig angesetzt.

Ihren Anfang nahm die Facebook-Hilfsaktion im Umfeld des Café Sarah, dem Willkommens-Café der Bürgerinitiative Rund um St. Josef für Flüchtlinge, das seit November im Bischof-Sträter Haus an der Corneliusstraße 22 stattfindet. Zusätzlich zu dem Treffpunkt richteten ehrenamtlich Engagierte die Facebook-Seite ein. Neben der Vermittlung von Sachspenden und Helfern teilen Engagierte dort auch immer wieder anrührende Erlebnisse von Begegnungen mit den Flüchtlingen.

Das Café Sarah ist ein offener, niederschwellig angelegter Treffpunkt für erwachsene und jugendliche Flüchtlinge mit Bürgern des Viertels, das ein Zeichen der Willkommenskultur setzen will. Über Gespräche, gemeinsames Spiel und Musik wird Gelegenheit zum Kennenlernen und Austausch gegeben. Ziel ist es auch, hier ehrenamtliche Helfer zu gewinnen, die den Flüchtlingen zur Seite stehen.

Quelle: RP
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