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Krefeld
Flüchtlingslager: Forstwalder zwischen Sorge und Herzlichkeit

Krefeld: Flüchtlingslager: Forstwalder zwischen Sorge und Herzlichkeit
Wieder stieß das Thema Sicherheit auf großes Interesse in Forstwald. Etwa 100 Bürger informierten sich in der evangelischen Kirche am Bellenweg. FOTO: T.L.
Krefeld. Rund 100 Forstwalder Bürger haben gestern am späten Nachmittag die Chance wahrgenommen, sich von der Polizei über das Thema Sicherheit rund um das Flüchtlingslager auf dem ehemaligen Kasernengelände informieren zu lassen. Deutlich wurde: Teils ist die Verunsicherung, welches Sicherheitsrisiko von den bis zu 1000 Flüchtlingen tatsächlich ausgehen könnte, immer noch groß - ein "diffuses Unsicherheitsgefühl" angesichts der reinen Menge an Menschen, wie ein Bürger formulierte. Gleichzeitig ist in Forstwald aber auch die herzliche Willkommenskultur zu spüren, die zuletzt die Unterbringung von Flüchtlingen in Traar und Hüls zu einem großen Erfolg gemacht hat.

Polizeipräsident Rainer Furth und seine Mitarbeiter waren um Versachlichung bemüht, warben um Vertrauen - und erteilten manchen Forderungen aus dem Publikum eine klare Absage. Nein, die berittene Polizei werde nicht im Forstwald patrouillieren. Auch werde der Bahnhof in den Abendstunden nicht dauerhaft bewacht. "Verlassen Sie sich auf unsere Einschätzung", sagt Furth. "Wir können das!" Die Polizei werde jeden Tag die Lage neu beurteilen und entsprechend reagieren. Die Zahlen, so Furth, sprächen ohnehin dagegen, dass es im Umfeld der Flüchtlingseinrichtung zu Straftaten kommen werde. Die Kriminalität unter Flüchtlingen sei nicht höher als unter Krefeldern generell. Nur 15 Prozent der Straftaten hätten sich nach den Erfahrungen der Krefelder Ordnungshüter überhaupt außerhalb der Einrichtungen abgespielt, in den meisten Fällen habe es sich um Ladendiebstahl gehandelt.

Insbesondere die Tatsache, dass die Unterkunft eine Erstaufnahmeeinrichtung sei, in der die Flüchtlinge nur für wenige Wochen verweilen, spreche dafür, dass es keine Probleme geben werde. "Diese Erfahrung haben wir in der Glockenspitzhalle gemacht", sagte Furth. "Die Menschen wollen erst mal ankommen und fragen sich, wie es mit ihnen weitergeht." Das Schreckensszenario "Nordafrikaner, die sich in Gruppen zusammenrotten" sei für diese Art der Unterkunft nicht zu erwarten.

Details über taktische Maßnahmen der Polizei wurden naturgemäß nicht preisgegeben. Furth wies aber darauf hin, dass nicht jeder Polizist in Forstwald unbedingt eine Uniform tragen werde.

(cpu)
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