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Krefeld
Foto-Ausstellung mit Motiven vom Hülser Berg bis Sao Paulo

Krefeld. In der ehemaligen Brotfabrik sind unter dem Titel "doppelverglasung - nulldrei 03" fotografische Arbeiten Krefelder Künstler zu sehen. Von Mojo Mendiola

Seit der bekannte Grafiker Theo Windges sein Atelier im Parterre der Straßenseite des "Im Brahm"-Gebäudes räumte, blieben die großzügigen, hohen und hellen Räume, obwohl in prima Zustand, ungenutzt - ein idealer Rahmen für das Ausstellungskonzept von Tim Fischer, Jürgen Grünauer und Markus Kossack, im Trio als "doppelverglasung" firmierend, Ausstellungen in Räumen zu realisieren, die ursprünglich für ganz andere Zwecke gedacht waren und nun zu wesentlichen Bestandteilen aktueller Kunstschauen werden.

Nun zeigen sie in der ehemaligen Brotfabrik unter dem Titel "doppelverglasung - nulldrei 03" fotografische Arbeiten aus Krefeld stammender Künstler. Jüngste Mitwirkende ist Luisa Robles, die ihre Fotos auf Büttenpapier druckt. Dabei kann selbst ein unscheinbares Dreistufentreppchen zum faszinierenden Motiv werden.

Die besondere Ästhetik des Quadrats, in dem auch der pfiffig gestaltete Katalog gehalten ist, trägt bei zur Wirkung ganzer Bildwände. Da sind zum Beispiel die farbstarken Arbeiten von Philip Lethen. Ein durch effektvolle Beleuchtung besonders gruselig wirkender Tisch mit Chirurgenbesteck und seine unvergessene Plattencover-Balkenkopfmumie ragen besonders heraus.

Eine andere Wand zeigt quadratische Fotos von Schrott en détail, abgelichtet von Simon Erath. Uwe Bülles, Spezialist für Nahbetrachtungen von Kopfbehaarung, Fell und vergleichbar ähnlichen Strukturen, nutzt ebenfalls gern dieses quadratische Format.

Auf der Grenze zwischen Foto und Video wandeln Gisela Fischer und Doris Grünwald, gemeinsam als Duo "2 ZKDB" bekannt. Sie haben sich das Ölgemälde "Die Gesandten" von Hans Holbein dem Jüngeren aus dem Jahr 1533 vorgeknöpft, ein Porträt nicht nur der Dargestellten, sondern auch des Interessenkanons der damaligen Bildungselite. Mit Einfallsreichtum und Witz haben sie das Werk nach und nach in Einzelteile zerlegt, diese neu interpretiert oder durch moderne Pendants ersetzt, etliche Male neu zusammengefügt und sich dabei auch selbst mit ins Bild gesetzt. So entstand die pointenreiche Fotofolge für den Bildschirm, die als Stimmungskontrast mit sizilianischer Trauermusik unterlegt ist.

Zwölf Fotos, am Strand vom selben Standpunkt aus in 15 Minuten aufgenommen, und Close Ups von Klumpen zerknüllter Alufolie mit ihren Lichtbrechungen gehören zu Manfred Grünwalds Beiträgen, Details aus der Natur, von Raphael Schmitz farbig fotografiert und doch schwarz-weiß wirkend, strahlen besondere Ruhe aus, tiefe Tristesse dagegen beherrscht die Eindrücke von Dirk Rose aus einer leergeräumten Hochhauswohnung.

Foto-Ausstellung in der "Im Brahm"-Brotfabrik, Ritterstraße 183, einem Haus der "Wohnstätte Krefeld AG" . Vernissage, Freitag, 20. November, 19 Uhr, geöffnet bis zum 11. Dezember, freitags und samstags, 17 bis 21 Uhr, sonntags 11 bis 16 Uhr, Mittwochabend-Specials mit extra "Lockvögeln", 18 bis 21 Uhr.

Quelle: RP
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