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Krefeld
Foto dokumentiert U-Bahn-Bau

Krefeld: Foto dokumentiert U-Bahn-Bau
Historisches FOTO: Stadtarchiv
Krefeld. Eine Aufnahme des Stadtarchivs aus dem Jahr 1970 zeigt die Bahnhofs-Baustelle. Hinter der Unterführung beginnt, von oben nicht einsehbar, der Bau des U-Bahntunnels. Es gibt Hinweise, dass Bilfinger Berger nicht beteiligt war. Von Sebastian Peters

Die Stadt untersucht weiter, ob das Unternehmen Bilfinger Berger am Bau eines 20 Meter langen U-Bahn-Teilstücks in Krefeld beteiligt war. Eine historische Aufnahme aus dem Jahr 1970, bereitgestellt vom Krefelder Stadtarchiv, liefert erste Hinweise darauf, dass Bilfinger Berger nicht beteiligt war – die Beschriftung der Bauwagen zeigt nicht das Firmenzeichen von Blinfinger Berger, sondern das eines anderen großen Bauunternehmens.

Die Bezirksregierung hatte einen Prüfauftrag an Städte erteilt, in denen Bilfinger Berger möglicherweise U-Bahn-Trassen gebaut hat. Anlass dafür war der U-Bahn-Skandal in Köln. "Wir prüfen aber weiter, insbesondere werden alte Rechnungen kontrolliert, die Rechungsunterlagen aus dem alten Vorgang müssen noch gefunden werden", sagte Planungsdezernent Thomas Visser unserer Zeitung.

"Jede Menge Eisen verbaut"

Die damalige Baustelle wurde für die Unterführung eingerichtet, die ehemals den Hauptbahnhof mit der Innenstadt verband, heute befinden sich dort Bahnhofsvorplatz und die Kreuzung Hansastraße/Ostwall. In östliche Richtung, wo sich heute das Cinemaxx befindet, wurde ein 20 Meter langes U-Bahn-Teilstück gebaut, das auf dem Foto nur in Ansätzen zu sehen ist. Für Visser ist allerdings auf dem Foto ersichtlich, dass die Bauarbeiten damals sehr wohl mit Stahlmatten gesichert wurden. "Jede Menge Eisen ist verbaut worden." In Köln soll beim U-Bahn-Bau an einigen Baustellen vorgesehene Befestigungsspannen aus Eisen nicht oder falsch eingebaut werden sein. Das Eisen soll verkauft worden sein, die Bauprotokolle gefälscht. Ob diese Praxis auch beim U-Bahn-Bau vor 40 Jahren in Krefeld schon angewandt wurde, ist allerdings völlig offen.

Angedacht war damals vom städtischen Baudezernenten Günther Kusch, eine U-Bahn-Trasse vom Bereich Bahnhof bis zum Voltaplatz zu bauen – danach sollte die damalige K-Bahn (heute die U76) ebenerdig bis nach Düsseldorf fahren. Aus finanziellen Gründen ist die Planung nie weiterverfolgt worden.

Quelle: RP
 
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