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Krefeld
Fotofix-Spaß aus dem Altenheim

Krefeld. Ungewöhnlich: Im Seniorenheim Gerhard-Tersteegen-Haus steht ein Automat für Passfotos. Der soll neben dem praktischen Zweck auch dem Spaß dienen und Externe in das Haus holen. Für die RP machten Bewohner und Angestellte lustige Porträts. Von Carola Puvogel

Viele Besucher sind erst mal verblüfft: Im Eingangsbereich des Gerhard-Tersteegen-Seniorenheims steht ein Fotofix-Automat. Ja, genau so ein Apparat, mit dem Jugendliche lustige Selbstporträts machen, am liebsten in Gruppen, und der im Film "Die fabelhafte Welt der Amélie" quasi eine Hauptrolle spielt. "Die Leute sind im ersten Augenblick erstaunt, wenn sie den Foto-Automaten sehen", berichtet Einrichtungsleiter Andreas Blinzler. "Das ist nichts, was man in einer Pflegeeinrichtung erwartet." Blinzler liebt solche Überraschungen. Von ihm stammt zum Beispiel auch die Idee, im Garten der Einrichtung einen alten VW-Käfer aufzustellen (wir berichteten), der von den Bewohnern liebevoll gepflegt wird.

Neben dem Spaßaspekt hatte Blinzler aber zunächst mal ganz praktische Aspekte im Auge. "Viele der Senioren, die bei uns einziehen, haben keinen gültigen Personalausweis. Den brauchen wir aber für die Aufnahme." Einen Fotografen ins Heim zu bestellen sei schwierig und zu teuer. Ebenso problematisch sei es, mit den Senioren zum Fotografen zu fahren. "Manche sind bettlägerig oder im Rollstuhl. Mit ihnen durch die ganze Stadt zu kutschieren, geht einfach nicht." Für viele sei da der Automat die Lösung.

Aber Blinzler wäre nicht Blinzler, hätte er nicht noch ganze andere Ideen im Kopf. "Viele Leute trauen sich nicht in eine Pflegeeinrichtung rein. Mit dem Fotofix-Gerät möchte ich Menschen aus der Nachbarschaft einfach über was Lustiges, den Spaßaspekt, ins Haus holen. Der Automat soll ein Türöffner und Scheu abbauen", sagt der Einrichtungsleiter. Deshalb wird für den Automaten auch flächendeckend Werbung gemacht. Dazu hat die Firma Fotofix einen Karton mit Flyern zur Verfügung gestellt, die nach und nach verteilt werden. Dass die Bezirksverwaltungsstelle Süd schräg gegenüber ist, mag auch dazu beitragen, dass der Automat regelmäßig genutzt wird.

"Das ist jetzt erst mal ein Experiment, wir müssen schon gewisse monatliche Umsätze erzielen", erklärt Blinzler. Die Firma Fotofix sei aber von seiner Idee sehr angetan gewesen. "Die haben sich den Standort angesehen, und zwei Wochen später war das Gerät schon aufgestellt." Auch im Gerhard-Tersteegen-Haus will Blinzler noch kräftig die Werbetrommel rühren. Die Selbstporträt-Serie für die Rheinische Post ist erst der Anfang. "In unserer Hauszeitung wird ein Beitrag dazu erscheinen. Und ich glaube, dass die Fotos auch eine gute Geschenkidee sind, für Weihnachten, oder so." Vielleicht, so die Idee, soll es auch eine Bewohner-Fotowand geben.

Quelle: RP
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