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Krefeld
Frage an Meerbuscher Ratsherrn: Warum ist Krefeld unseriös, Herr Quaß?

Krefeld. Der Meerbuscher Grünen-Ratsherr Joachim Quaß wirft Krefeld vor, seit Jahrzehnten die Entwicklung des Hafens voranzutreiben und stets auf verkehrliche Lösungen auf Kosten von Meerbusch zu setzen. "Die schlagen alle paar Jahre im Planungsausschuss auf und wollen uns das wieder schmackhaft machen", sagt Quaß gestern auf Anfrage. Hier liegt im Kern die Begründung für sein hartes Urteil, die Stadt Krefeld sei der "unzuverlässigste und unseriöseste Partner, den man sich vorstellen kann" (wir berichteten). Gestern betonte er, dass er dieses Wort nur auf das Thema Hafenanbindung bezogen habe. Die Krefelder Grünen stützen seine Kritik, der Krefelder CDU-Ratsherr Jürgen Wettingfeld ist bemüht, die Wogen zu glätten. Von Jens Voss

Quaß hatte sein Urteil in einer Debatte im Meerbuscher Planungsausschuss um das umstrittene Gewerbegebiet entlang der A 44 geäußert. "Wir erleben seit 20, 25 Jahren, dass Krefeld es nicht hinkriegt, seine Hafenanbindung im Norden voranzutreiben, sondern immer wieder auf die Karte setzt, den Hafen im Süden anzubinden." Das wäre eine Lösung auf Kosten von Meerbusch; auch würde ein ökologisch kostbares FFH-Gebiet durchquert.

Misstrauen gibt es auch in einem anderen Punkt: Am Ende, so befürchtet Quaß, würde das neue Gewerbegebiet doch wieder nur Logistikern vorbehalten sein, die viel Fläche verbrauchen und relativ wenige Arbeitsplätze schaffen. "Die Krefelder setzen doch erkennbar auf die Karte Logistik. Der einzige Unternehmer, der auf Krefelder Seite zugesagt hat, dort sofort anzufangen, ist wieder ein Logistiker, und das lockt uns nicht". Die Krefelder Grünen-Ratsfrau Anja Cäsar stützt Quaß' Kritik. Sowohl beim Gewerbegebiet an der A44 als auch bei der Südanbindung des Hafens seien die Krefelder Akteure anfangs mit "kompromisslosem Anspruchsdenken" aufgetreten. Zudem hätten Meerbuscher Vertreter vom Ausmaß der Gewerbegebietspläne Krefelds zuerst aus der Zeitung erfahren - kein Beispiel für vertrauensvolle Zusammenarbeit. Im Fall des Hafens werde das "tote Pferd Südanbindung" tatsächlich alle paar Jahre neu aufgezäumt, obwohl die Umsetzung im Naturschutzgebiet aussichtslos sei. Verkehrsprobleme nach Meerbusch zu verlagern, sei unfair und kurzsichtig. In beiden Fällen sei das Vertrauensverhältnis nachhaltig gestört.

Der Krefelder CDU-Ratspolitiker Jürgen Wettingfeld, betonte, der Krefelder Rat und seine Vertreter im Regionalrat seien an einer guten Zusammenarbeit mit Meerbusch sehr interessiert. Die CDU stehe für ein klärendes Gespräch mit Quaß zur Verfügung; die CDU führe ja auch vertrauensvolle Gespräche mit den grünen Kollegen aus Krefeld, "die wir als seriöse und verantwortungsvolle Kollegen kennengelernt haben. Warum soll dies nicht auch mit grünen Kollegen aus Meerbusch der Fall sein."

Quelle: RP
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