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Krefeld
Frank Meyer ist nun offizieller Oberbürgermeisterkandidat der SPD

Krefeld: Frank Meyer ist nun offizieller Oberbürgermeisterkandidat der SPD
Mit 127 von 128 abgegebenen Stimmen wurde Frank Meyer offiziell zum Oberbürgermeisterkandidaten der SPD gekürt. FOTO: TL
Krefeld. Als Sitzungsleiterin Ina Spanier-Oppermann auf der in der Kulturfabrik abgehaltenen Vertreterversammlung der Krefelder Sozialdemokraten zur Oberbürgermeisterwahl verkündete, dass dass Meyer mit 127 von 128 abgegebenen Stimmen nun auch offiziell zum Oberbürgermeisterkandidaten der SPD gewählt worden war, riss es die Delegierten von den Stühlen.

Minutenlanges begeistertes, von lauten Beifallsrufen begleitetes Klatschen waren die Belohnung für eine dreiviertelstündige frei gehaltene kämpferische Rede, in der Meyer sein Wahlkampfmotto "Mensch Meyer" mit konkreten Inhalten gefüllt hatte.

Dabei schonte er seinen Kontrahenten von der CDU nicht: "Beinahe wöchentlich ändert Peter Vermeulen seine Meinung, bis er schließlich gegen Steuererhöhungen in Krefeld ist." Es sei Aufgabe eines OB-Kandidaten, unterschiedliche Interessen zusammenzuführen. Mit seiner Haltung zu dem Uerdinger Rheinblick-Projekt tue Vermeulen das Gegenteil, indem er spalte. Daher sollte er seine Kandidatur noch mal überlegen: "Wer die Hitze nicht verträgt, hat in der Küche nichts verloren."

Sich selber sieht Meyer gut vorbereitet für das Amt des Oberbürgermeisters. In seiner langjährigen Tätigkeit als Bürgermeister habe er tiefe Einblicke in die Abläufe von Verwaltung nehmen können. Außerdem habe er ein Studium der Verwaltungswissenschaften durchlaufen, was ihn zu der angestrebten Tätigkeit als Chef der Krefelder Verwaltung qualifiziere.

Zu dem Krefelder Schuldenhaushalt sagte der SPD-OB-Kandidat: "Die Menschen in Krefeld, ob sie nun hart arbeiten oder auf der Suche nach Arbeit sind, haben es nicht verdient, in einer Stadt zu leben, die von der Region abgehängt wird." Bis 2020 will Meyer den städtischen Haushalt konsolidiert haben. Erreichen will er dies mit einer modernisierten Verwaltung, in der die Entscheidungswege beschleunigt werden und Doppelstrukturen abgebaut werden. Krefeld müsse mehr Gewerbeflächen entwickeln. Die Trennung von Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing sieht Meyer als Webfehler. Beide will er zusammenlegen, um bei der Anwerbung von Investoren besser zu punkten.

In die Suche nach Investoren möchte Meyer stärker die Möglichkeiten einbinden, die die Hochschule Niederrhein mit ihren 14000 Studenten bietet. "Krefeld ist nicht so groß, dass man es vom Mond aus sehen kann, aber es ist auch kein Dorf", meint der SPD-Kandidat. Er plant, eine schlagkräftiger gemachte Wirtschaftsförderung stärker mit der Region zu verknüpfen, um die Zahl von 16000 arbeitslosen Krefeldern zu verringern, unter ihnen 2000 Jugendliche. "In den Köpfen der Kinder liegen die Rohstoffe der Gesellschaft", sagte Meyer. Er erinnerte an die letzte Sitzung des Schulausschusses, in der Vertreter der beiden letzten Krefelder Hauptschulen aus ihrem Alltag berichteten. "Das war nicht schön", urteilte Meyer. Er will die Schulgebäude sanieren, durch aktive Maßnahmen Langzeitschüler aus der Endlosschleife nicht effektiven Schulverbleibs an eine sinnvolle Ausbildung heranführen, mehr wohnortnahe Kitas errichten und die Hilfe für alte Menschen besser vernetzen.

Die Innenstadt möchte Meyer durch ein kostenloses W-lan attraktiver machen, wie dies bereits andere Städte der Region angehen. Leerstände sollen in enger Kooperation mit der Hochschule Niederrhein gefüllt werden. Dadurch könnte eine Kreativlandschaft entstehen nach dem Modell der Alten Samtweberei. In einem Grußwort hatte der 87-jährige Altbürgermeister Willi Wahl Meyer Mut gemacht: "Deit 1994 hatte diese Stadt keinen sozialdemokratischen OB. Der Wechsel muss kommen. Drömm lott jonn!"

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