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Krefeld
Frank Meyer siegt klar mit 45 Prozent - Stichwahl gegen Peter Vermeulen

Krefeld. +++ SPD-OB-Kandidat Meyer spricht von einem "fantastischen Ergebnis" +++ Peter Vermeulen (CDU) verbreitet trotz enttäuschenden Wahlausgangs Zuversicht +++ Grüne Sensation bleibt aus +++ Von Sebastian Peters, Carola Puvogel und Jens Voss

SPD-OB-Kandidat Frank Meyer hat den ersten Durchgang der Wahl zum Oberbürgermeisteramt in Krefeld gestern klar für sich entschieden: Er holte stadtweit 44,96 Prozent der Stimmen, der CDU-Kandidat Peter Vermeulen hingegen kam auf 35,18 Prozent. Um im ersten Wahlgang gewählt zu werden, hätte Meyer mehr als 50 Prozent der abgegebenen Stimmen auf sich vereinen müssen. Der Grüne Thorsten Hansen, der zuvor als Geheimtipp gehandelt und dem viel zugetraut worden war, liegt hingegen bei nur 14,97 Prozent und damit im Rahmen der Wahlergebnisse, die die Grünen in den vergangenen Jahren erzielt haben - die grüne Sensation in Krefeld blieb aus. Die Wahlbeteiligung ist historisch niedrig und liegt bei 38,47 Prozent.

Meyer und Vermeulen gehen jetzt in die Stichwahl: Am 27. September können sich die Krefelder zwischen beiden Kandidaten entscheiden. Ab jetzt wollen beide um die Wähler der Grünen werben.

Frank Meyer sieht im Wahlausgang ein "fantastisches Ergebnis". Bei der vergangenen Kommunalwahl holte die SPD 35 Prozent, Meyer holte im auf seine Person geschnittenen OB-Wahlkampf zehn Prozent mehr. Die Kampagne "Mensch Meyer" hat die Krefelder offenbar angesprochen - noch am Wahlmorgen hatte die SPD massiv um Stimmen geworben, teilweise in ganzen Straßenzügen Briefkästen mit "Heute Meyer wählen"-Aufklebern beklebt. Im Gespräch mit unserer Redaktion sprach Meyer am Abend von einer "ganz klaren Wechselstimmung" in Krefeld. Er verwies auch auf die Ausgangslage für die CDU: "Im bürgerlichen Lager gab es nur einen Kandidaten." Die SPD hingegen habe noch Wählerpotenziale. Er sieht Schnittmengen mit den Positionen von Thorsten Hansen (Grüne) - und hofft nun darauf, seine Wähler bei der Stichwahl erneut an die Urne bringen zu können.

Die CDU versuchte trotz eines für sie enttäuschenden Ergebnisses Zuversicht zu verbreiten. Ihr Kandidat Peter Vermeulen, Dezernent in Mülheim, trat im Wahlkampf als der fachlich versierte Verwaltungsmann auf, sagte auch gestern wieder: "Ich bin überzeugt, dass ich der kompetentere Kandidat bin." Er verwies darauf, mehr Stimmen als die CDU bei der Kommunalwahl geholt zu haben. Die CDU lag 2014 bei der Kommunalwahl bei 33,1 Prozent, Vermeulen holte 1,5 Prozentpunkte mehr - hatte aber auch keinen Gegenkandidaten im bürgerlichen Lager. Auch der CDU-Vorsitzende Marc Blondin, den CDU-intern manche schon anzählen, schöpft aus der Stichwahl Zuversicht: "Wir liegen deutlich vor dem nächsten Mitbewerber, ich hatte das Ergebnis enger eingeschätzt. Die Karten werden neu gemischt, jetzt kommt es auf wenige Stimmen an." CDU-Ratsherr Michael Zecha hingegen stimmt das Ergebnis missmutig: "Die Leute haben nicht verstanden, dass nicht ein politischer OB gewählt wird, sondern jemand, der 3000 Menschen führen muss."

Die Grünen zeigten sich trotz ausbleibender Sensation zufrieden: "Ich hatte auf 20 Prozent gehofft, die Stimmung war danach, aber Stimmung bedeutete keine Stimme", sagte Thorsten Hansen. Mit knapp 15 Prozent holte er 3,81 Prozent mehr als die Grünen bei der Kommunalwahl 2014. FDP-Fraktionschef Joachim C. Heitmann sagte mit Blick auf das CDU-Ergebnis: "Das kommt davon." Er machte gestern erneut deutlich, dass die CDU mit der FDP zusammen auf Kandidatensuche hätte gehen können. Überraschend zollte Heitmann Hansen Respekt - er habe im Wahlkampf "Klartext" geredet, lobte er.

Auffällig: Frank Meyer schnitt auch in Bezirken, die sonst CDU-Hochburgen sind, etwa Bockum-Kirche, gut ab. In Hüls, jahrelang CDU-Stadtteil, gewann Meyer beide Wahlbezirke. CDU-Ratsherr Michael Zecha glaubt dennoch, dass Peter Vermeulen einen guten Job gemacht hat: "Er hat in Bockum, Traar und Verberg geholt, was er holen muss."

Quelle: RP
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