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Krefeld
Franken - seit 111 Jahren Familienbetrieb

Krefeld: Franken - seit 111 Jahren Familienbetrieb
Die Generationen vier und fünf: Oliver Reiners und sein Sohn David vor ihrem Ladenlokal an der Königstraße. Die silberne 111 bestimmt das Geschäftsjubiläum in den nächsten Tagen. FOTO: Thomas Lammertz
Krefeld. Im Feinkostgeschäft arbeitet inzwischen die fünfte Generation. Zum Jubiläum geht es ab heute auf Zeitreise. Von Petra Diederichs

Um die Attraktivität deutscher Innenstädte zu messen, gibt es etliche Studien und Thesen. Für Oliver Reiners klingt eine sehr sympathisch, die Städte als glücklich einstuft, in denen traditionelle Branchen in Familienbesitz noch erhalten sind, weil sie das Stadtbild prägen. Zum Beispiel Delikatessengeschäfte. Reiners betreibt in vierter Generation das Feinkosthaus Franken - ab heute beginnen die Jubiläumstage.

"Es war eine gute Entscheidung, dass wir Innenstadthändler uns gegen das geplante ECE-Einkaufszentrum gewehrt haben. Wir sehen ja, wie gut sich die City entwickelt, auch durch Investitionen Krefelder Familienunternehmen wie Borgmann, Lechner + Hayn und Greve", sagt Reiners. Für Franken ist die Zukunft gesichert: David Reiners und seine Verlobte Simone Weyers arbeiten bereits im Familienbetrieb mit - beide sind gelernte Köche und haben in der Sternegastronomie Erfahrungen gesammelt.

Die Unternehmensgründer Wilhelm und Henriette Franken. FOTO: E.R.

David Reiners hat zum Firmenjubiläum tief in die Familiengeschichte geblickt und die Stationen der Geschäftschronik aufgezeichnet. 1904 fing alles an mit Wild, Geflügel, Eiern, Butter und Käse, die Wilhelm und Henriette Franken an der Königstraße 123 anboten. Adoptivtochter Luise übernimmt das Geschäft. Ihre Tochter Elisabeth tritt 1954 als Lehrling ein. Im Jubiläumsjahr wird das erste Firmenfahrzeug angeschafft. Das Unternehmen steht auf Expansion, Sortiment und Ladenlokal wachsen stetig. "Inzwischen besteht unser Geschäft aus fünf Häusern, die über die Jahre zugekauft und angebaut wurden", sagt Reiners. Seine Eltern brachten eine neue Zeit an die "Kö". Elisabeth Reiners als passionierte Köchin und leidenschaftliche Reisende studierte feine Gerichte anderer Regionen und Länder. 1964 gehören Schinken aus Italien und Weine aus Frankreich zum Angebot. Und die von Elisabeth Reiners kreierten Gerichte sind beliebt. "Es gibt die legendäre Geschichte mit dem Hähnchen in Cognac-Sahne-Sauce. Mein Leibgericht als Kind. Einmal verpasste ich das Sonntagsessen wegen eines Tennisspiels. Meine Mutter hat das Hähnchen eingefroren und mir später aufgetaut - es schmeckte zu unserer Überraschung sogar noch besser", erzählt Oliver Reiners.

Fortan tüftelte man im Feinkosthaus an speziellen Gefriertechniken, die keinen Geschmacksverlust bedeuteten. "Wir sind da speziell ausgebildet", sagt Reiners. Die Kunden goutieren das, sagt er: Die Fertiggerichte sind eine große Marge im Umsatz. "Nicht nur Zander auf Sauerkraut, auch Reibekuchen und Frikadellen sind gefragt." 1985 gab es den "Goldenen Zuckerhut", den Oscar der Lebensmittelbranche. Delikatessen Franken steht heute für vier Geschäftsbereich: Catering, Bistro, Präsentservice und Delikatessenladen. "Unser Herzstück bleibt das Geschäft", sagt Reiners.

Bis zum 17. Oktober feiert das Franken-Team mit zahlreichen Aktionen für seine Kunden. Das Geschäft ist ein Schnitzeljagdrevier, in dem sich Infos verstecken für die Lösung eines Quiz zur Firmengeschichte.

Um 1950: Vom Laden an der Königstraße wurde auch geliefert - per Rad FOTO: Nein
Quelle: RP
 
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