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Krefeld
Französisch lernen mit Smartphone

Krefeld: Französisch lernen mit Smartphone
Krefelder Grundschüler vor dem Lycée Français in Düsseldorf, wo sie die Französisch-Prüfungen absolviert haben. Im Hintergrund: Lehrerin Karen Schumacher, die das neue Lehrbuch für Kinder geschrieben hat. FOTO: Andreas Endermann
Krefeld. Dritt- und Viertklässler stellten sich am Samstag im Lycée Français in Düsseldorf einer international anerkannten Sprachprüfung in Französisch. Gelernt haben sie dafür mit einem neuartigen Lehrbuch, das von einer Dozentin der Volkshochschule Krefeld entwickelt wurde. Von Christine Elbel

Die kleine Anspannung bei Mayke Hünicke kurz vor der Prüfung hat sich schnell gelegt. Nach rund eineinhalb Stunden hat sie es geschafft - die erste Hürde der Französisch-Sprachprüfung in den vier Kompetenzen mündlicher Ausdruck, schriftliches Verständnis, Hörverständnis und schriftlicher Ausruck liegt seit ein paar Minuten hinter ihr. Nach der Pause geht es dann mit einer rund 10-minütigen mündlichen Prüfung weiter: "Das schaffe ich locker", sagt die Achtjährige selbstbewusst.

Die Schülerin von der Lindenschule ist eine von insgesamt 96 Grundschülern aus Krefeld, die sich in Düsseldorf im Lycée Français der international anerkannten Sprachprüfung DELF-Prim in der Fremdsprache Französisch gestellt hat. Teilgenommen haben folgende Krefelder Gemeinschaftsgrundschulen: Grotenburg, Jahnschule, Josefschule, Lindenschule, Pestalozzischule, Südschule und Horkesgath.

Unter der Leitung ihrer Lehrerin Karen Schumacher tauchen die Schüler in die Geschichtenwelt von Hamster "Bof", der Katze "Zabe" und "Ouf" dem Hund ein - die drei Superhelden, die im Lehrbuch für die Vorbereitung auf die Prüfung allerhand Abenteuer durchleben. Autorin des Buches ist Schumacher selbst. Ihr Buch "DELF Prim A1.1 SUPER!" ist seit knapp einem Jahr auf dem Markt und ein Novum - Schumacher: "Es gibt natürlich DELF-Vorbereitungsbücher, allerdings keine zweisprachigen." Eben das ist nach neueren Erkenntnissen für Fremdsprachen-Neueinsteiger ein Problem; sie fühlen sich überfordert. "Das passiert schnell, wenn Lehrbücher keine Übersetzungen bieten", sagt Schumacher. Auch technisch ist ihr Buch altersgrecht angelegt. Mit sogenannten QR-Codes können die Schüler mithilfe von Smartphones die Aussprache üben - "was Kindern natürlich großen Spaß bereitet", sagt Schumacher, die viele Jahre in Aix-en-Provence gelebt und dort Französisch studiert hat, bevor sie nach Krefeld gezogen ist. "Meine Tätigkeit als Dozentin an der Volkshochschule mit den flexiblen Arbeitszeiten hat es mir ermöglicht, Arbeit und Familie gut zu vereinbaren". Ihr Job an den Grundschulen findet einmal pro Woche in Arbeitsgruppen statt, die zusätzlich zum Stundenplan angeboten werden. Unterstützt wird das Projekt "Französisch für Grundschüler in NRW" sowohl von dem Attaché für Sprache und Bildung für NRW, Guido Girardeau, als auch von Bildungsministerin Sylvia Löhrmann. "Sie hat uns sogar ein persönliches Grußwort zur letzten Diplomverleihung geschickt", so Schumacher.

Die diesjährige Verleihung findet im August statt und wird über das Büro des Oberbürgermeisters organisiert.

Quelle: RP
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