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Krefeld
Fressnapf benötigt hunderte Mitarbeiter

Krefeld. Weil das Krefelder Unternehmen national wie international expandieren will, braucht es ein neues Importlager, das im Umkreis von Krefeld liegt. Dort und am Stammsitz in Linn werden neue Mitarbeiter im "dreistelligen Bereich" gebraucht. Von Henning Rasche

Ein Lager in der Nähe zu Asien, das nicht weiter als 25 Kilometer von Krefeld entfernt ist. Genau das hat die Fressnapf-Gruppe gesucht, um dem wachsenden Import aus Fernost Rechnung zu tragen. Wo genau dieses neue Importlager entsteht, hat Gründer Torsten Toeller auf der gestrigen Jahrespressekonferenz noch nicht verraten. Dass es aber wegen des Binnenhafens in Duisburg liegen dürfte, ist zumindest naheliegend. Fressnapf ist auf Expansionskurs. Sowohl national als auch international will das Unternehmen neue Märkte eröffnen und den Onlinehandel ausbauen. Dazu, das kündigte Toeller immerhin an, werden am Stammsitz und am neuen Importlager Mitarbeiter "im dreistelligen Bereich" benötigt.

Torsten Toeller, der seine Gäste im amerikanischen Stil konsequent duzt, rotglänzende Lederschuhe und Haifischzahn trägt, präsentiert seine Zahlen nicht anders als es ein Apple- oder Googlechef täte. Vor 26 Jahren hat Toeller, der inzwischen von Forbes auf Rang 1118 der reichsten Menschen der Welt gelistet wird, in Erkelenz den ersten Fressnapf-Markt gegründet. Gestern verkündete er den Rekordumsatz von 1,8 Milliarden Euro Brutto im Jubiläumsjahr 2015. Um 6,4 Prozent ist der Umsatz damit im Vergleich zu 2014 gestiegen. Fressnapf funktioniert.

Und weil unternehmerischer Wachstum auch personell umgesetzt werden muss, bedeutet das für den Krefelder Arbeitsmarkt zunächst Gutes. Die konkrete Zahl an Mitarbeitern, die für das eben fertiggestellte Lager am Stammsitz im Gewerbegebiet Linn und das neue Importlager benötigt werden, will Fressnapf noch konkretisieren und bekanntgeben. Das ist auch davon abhängig, wo und wie das neue Importlager genau funktionieren soll. In Krefeld sind etwa 600 Menschen für die Fressnapf-Gruppe tätig. Die Einstellung von Mitarbeitern im "dreistelligen Bereich" bedeutet also eine nicht unwesentliche Erweiterung der Beschäftigtenzahl.

Zur Fressnapf-Gruppe gehören in Deutschland 868 Märkte für Tierbedarf - sehr viele davon werden im Franchise-System betrieben. Das bedeutet, dass Marktbetreiber Lizenzgebühren zahlen, um unter der Marke "Fressnapf" oder "Maxi Zoo" (gehört auch zur Unternehmensgruppe) Geschäfte zu eröffnen. Sie müssen ihr Geld also selbst verdienen. "Auch die Franchise-Partner blicken auf ein sehr erfolgreiches Jahr zurück", betont Fressnapf nun. Am Rekordumsatz sind diese aber nicht beteiligt. "Ein starkes Franchise-System ist im Heimatmarkt ein wichtiger Wachstumstreiber", heißt es in der entsprechenden Mitteilung.

Nach dem erfolgreichen Jubiläumsjahr 2015 will Fressnapf auch 2016 den Umsatz noch einmal steigern - und zwar um erneut sechs bis sieben Prozent. Das soll mit einer einheitlichen Marketingstrategie geschehen, die vermehrt auf individualisierte Werbung setzt. Seit dem vergangenen Jahr nutzen die Tiermärkte das "Payback"-System. Dabei setzen Kunden beim Bezahlen an der Kasse eine Karte ein, die vornehmlich Prämienpunkte sammelt. Fressnapf wiederum kann dadurch in die Einkaufskörbe seiner Kunden schauen. Wer kauft wann, wie viel und wo ein - all das lässt sich über "Payback" auswerten. Jeder zweite Euro, der in den Märkten ausgegeben wird, ist für Fressnapf analysierbar, weil die Kunden die entsprechenden Karten eingesetzt haben.

Fressnapf will alles über seine Kunden wissen - und gibt das auch unumwunden zu. Neben der personalisierten und bedarfsgerechten Werbung will Toeller am liebsten, dass "wir der beste Partner für das Tier" werden. Die geplanten Tierfriseure in sieben Märkten und die angedachten Tierarztpraxen ebenfalls in den Märkten haben zum Ziel, dass Kunden möglichst keine anderen Geschäfte mehr aufsuchen müssen.

Über das "Payback"-System hat Toeller herausgefunden, dass seine Kunden auch woanders Tiernahrung kaufen. "Das finde ich natürlich ganz schlecht", sagt er. Er wird es nicht dabei belassen.

Quelle: RP
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