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Krefeld
Führungswechsel im Museum Burg Linn

Krefeld: Führungswechsel im Museum Burg Linn
Ein äußerst engagierter Museumschef geht und macht seiner jungen Nachfolgerin Platz, die verspricht: "Wir rocken die Burg!": Christoph Reichmann (l.) mit Jennifer Morscheiser-Niebergall und Oberbürgermeister Frank Meyer bei der Feierstunde auf Burg Linn. FOTO: Thomas Lammertz
Krefeld. Nach 36 sehr ereignisreichen Jahren geht Christoph Reichmann in den verdienten Ruhestand. Er übergibt sein geliebtes Museum an Jennifer Morscheiser-Niebergall, die gestern in einer Feierstunde in ihr Amt eingeführt wurde. Von Mojo Mendiola

Die großen Kultureinrichtungen der Stadt gehen nach und nach in weibliche Leitung über. Zu Annette Schieck im Textilmuseum und Ingrid Schupetta in der NS-Dokumentationsstelle kam jüngst Katia Baudin für die Krefelder Kunstmuseen. Im Herbst ist mit einer weiteren Personalie dieser Art zu rechnen, und sie wird nicht zum Schaden sein. In einer Feierstunde am Sonntag nun, musikalisch vom "Saxtett" der Musikschule gestaltet, wurde Christoph Reichmann als Leiter des Museums Burg Linn verabschiedet und Jennifer Morscheiser-Niebergall als seine Nachfolgerin in ihr Amt eingeführt.

Was Rang und Namen hat im Linner und Krefelder Kulturverwaltungswesen lauschte im Rittersaal, als Oberbürgermeister Frank Meyer feststellte, man müsste ein mehrtägiges Seminar abhalten, um den Leistungen Reichmanns in 36 Dienstjahren gerecht zu werden. Von der Busreise, auf der sich 1980 die damalige Leiterin Renate Pirling und der junge Reichmann kennenlernten, über seine Bestallung, seinen privaten Einzug in ein 500 Jahre altes Linner Haus und zahlreiche archäologisch bedeutsame Stationen bis hin zur Mitwirkung an dem Bestreben, mit Linn und Gellep Teil des "Kulturerbes Niedergermanischer Limes" zu werden, würdigte Meyer den Wissenschaftler und Mitbürger, dessen Berufs- und Privatleben in bruchloser Einheit ein permanentes leidenschaftliches Bekenntnis zu Linn und dem Museum war und ist. Der Nachfolgerin Jennifer Morscheiser, die auf den zweiten Teil ihres Doppelnamens gern zu verzichten scheint, bescheinigte der OB, dass sie seinerzeit die Vorstellungsrunde "gerockt" habe, und gab ihr die besten Wünsche mit, insbesondere hinsichtlich der Nutzbarmachung der modernen Kommunikationsmedien für die Burg. Reichmann selbst führte aus, dass es ein seltener Glücksfall in seinem Berufsfeld sei, die gesamte archäologische Breite einer Stadt ohne einschränkende Spezialisierungen bearbeiten zu dürfen und dann auch noch in einem eigenen Museum darstellen zu können. Besondere Dankbarkeit brachte er gegenüber dem Förderverein der Einrichtung zum Ausdruck, namentlich gegenüber Heide Gerritzen und Jeannine Moens, ohne deren Unterstützung ihm vieles nicht hätte gelingen können. Die neue Leiterin wiederum schätzt es besonders, dass es in den circa 100 Jahren, die das Museum existiert, nur vier Persönlichkeiten auf dem Chefsessel gegeben habe. In solch stabilen Verhältnissen, so Morscheiser, lasse sich tatsächlich traditionsbewusst und nachhaltig Geschichtsarbeit leisten. Und so versprach sie den Anwesenden: "Wir rocken die Burg!"

Quelle: RP
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