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Krefeld
Fütingsweg seit 41 Wochen gesperrt

Krefeld: Fütingsweg seit 41 Wochen gesperrt
Die im April vergangenen Jahres mit vierwöchiger Verspätung begonnenen Arbeiten am Fütingsweg verzögern sich um weitere etwa 15 Wochen, unter anderem weil der Kampfmittelräumdienst dreimal wegen Verdachts eines Blindgängers aus dem Zweiten Weltkrieg anrücken und kontrollieren musste. Im Hintergrund ist der Turm der Kirche St. Johannes Baptist zu sehen. FOTO: Lothar Strücken
Krefeld. Autofahrer zwischen Innenstadt und dem Krefelder Süden werden noch bis Mai gezwungen sein, über die stark belasteten Verkehrsachsen Kölner- und Ritterstraße zu fahren. Auf der Moerser Straße werden die Arbeiten mehr als 100 Wochen dauern. Von Jochen Lenzen

Seit nunmehr gut neun Monaten oder rund 40 Wochen können Autofahrer aus oder in Richtung Süden nicht mehr über den gesperrten Fütingsweg fahren. Zwischen Siemens- und Kölner Straße hat die SWK-Aqua im April vergangenen Jahres damit begonnen, auf einer Länge von 350 Metern unter dem Fütingsweg den Abwasserkanal zu erneuern. Daher sind die Autofahrer gezwungen, über die stark belaste Kölner- und die ebenfalls enorm befahrene Ritterstraße mit insgesamt vier statt zwei Ampelanlagen zu fahren. Und entgegen dem beabsichtigten Ende der Bauarbeiten Anfang 2016 wird der Fütingsweg voraussichtlich noch bis Mai gesperrt bleiben.

"Wir hatten den Start der Arbeiten schon gleich zu Beginn von Mitte März um vier Wochen in den April verschieben müssen, weil sich der Verdacht ergeben hatte, dass unter der Fahrbahn ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg liegt", erläuterte SWK-Sprecher Dirk Höstermann auf Anfrage. Im Laufe der Arbeiten sei das dann noch zweimal geschehen, so dass die Arbeiten insgesamt dreimal ruhen mussten, bis der Kampfmittelräumdienst angerückt war und die notwendigen Untersuchungen abgeschlossen hatte. Auch die Bodenbeschaffenheit mache den Arbeitern gelegentlich zu schaffen. Ungern erinnert man sich an die 32 Wochen dauernde Sperrung der Siemensstraße vor gut drei Jahren, als die Härte des Bodenmaterials in diesem Gebiet schon einmal einer der Gründe für die damals um 20 Wochen verzögerten Arbeiten war.

Wie der Stadtwerkesprecher erklärt, wird sich die "Wanderbaustelle" auf dem Fütingsweg jetzt von Höhe Edeka bis zur Kölner Straße vorarbeiten. Der Lebensmittelmarkt ist aber von der Siemensstraße aus erreichbar; die Zufahrt auf den Fütingsweg von der Kölner Straße aus wird bis zum Ende der Arbeiten, die dann rund 56 Wochen in Anspruch genommen haben werden, nicht möglich sein.

Geduld brauchen die Verkehrsteilnehmer auch im Fall Moerser Straße, wo die SWK-Aqua nach jüngster Berechnung 104 Wochen benötigen wird, um unter anderem den Abwasserkanal zu erneuern. Das geht allerdings ohne Vollsperrungen vor sich. Seit September ist die stadtauswärts führende Fahrspur ab der Gaststätte "Schwarzes Pferd" auf einer Länge von rund 100 Metern aber stark eingeengt. Gegenverkehr ist bei Tempo 30 jedoch möglich, weil sich die Verkehre die stadteinwärts führende Fahrspur teilen.

Die Baustelle wird sich in den nächsten Wochen bis zum Europaring weiterschieben. Dann wird der Kanal unter der Kreuzung durchgepresst, so dass sie für den Verkehr frei bleibt. Anschließend gehen die Arbeiten weiter bis zur Gaststätte "Marcelli" an der Heyenbaumstraße. Hinter dem Ring liegt der Kanal mittig unter der stadtauswärts führenden Fahrspur, die dann komplett gesperrt werden muss. "Weil wir die stadteinwärtige Fahrspur nicht tangieren, wird diese für den stadtauswärtigen Verkehr genutzt", sagt Höstermann. Für den Verkehr in Richtung Innenstadt wird auf dem Feld zwischen Höken- und Hohen Dyk parallel zur Moerser Straße eine provisorische Straße angelegt.

Die Arbeiten mit Kosten von etwa 3,6 Millionen Euro netto sollten nach ursprünglicher Planung im Frühjahr nächsten Jahres fertig sein. Inzwischen hat die SWK-Aqua den Termin korrigiert und nennt nun den Herbst 2017 als Datum.

Ende dieses Jahres soll auch die Kanalsanierung unter der St.-Töniser Straße nach zweieinhalb Jahren Bauzeit abgeschlossen sein. Erfreulich: Bis dahin wird der Verkehr auf dieser wichtigsten West-Ost-Achse der Stadt laut Höstermann nicht mehr beeinträchtigt.

Quelle: RP
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