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Krefeld
Fußball macht Flüchtlinge zu Freunden

Krefeld: Fußball macht Flüchtlinge zu Freunden
Im Duell zwischen einer Auswahl des Supportersclub, die hauptsächlich Fans des KFC Uerdingen sind, und einer Auswahl von Flüchtlingen, die in der Halle Glockenspitz untergekommen sind, unterlagen die "Gastgeber" mit 0:4 auf dem Kunstrasenplatz vor der Grotenburg. FOTO: Mark Mocnik
Krefeld. Der Supportersclub Krefeld spielt regelmäßig mit den Flüchtlingen, die in der Glockenspitzhalle untergebracht sind. Von Oliver Schaulandt

Eigentlich hat sich der Supportersclub Krefeld auf die Fahne geschrieben, den Krefelder Fußballsport zu unterstützen. Angesichts der vielen Flüchtlinge, die derzeit unter anderem in der Sporthalle an der Glockenspitz untergebracht sind, hat der Verein nun sein Aufgabenfeld leicht erweitert: Künftig kicken die Supporters einmal in der Woche abends gegen eine Auswahl jener Flüchtlinge. "Wir wollen damit einen kleinen Beitrag leisten, den Menschen in Krefeld zu helfen", sagt Supporters-Vorsitzender Matthias Finken.

Zwei Spiele haben die Supporters, die sich vorrangig aus Fans des KFC Uerdingen zusammensetzen, nun schon gegen die bunt gemischte Auswahl aus Albanien, Nigeria und Eritrea ausgetragen - und die können's auch: zuletzt, am Montag, gab es für die "Gastgeber" mit 0:4 ziemlich eins auf die Mütze. "Aber unsere Gegner sind auch eingespielter", sagt Finken mit einem Augenzwinkern. Wobei eingespielt auch relativ ist: "Sonst spielen wir auf dem Parkplatz vor der Glockenspitzhalle. Jetzt auch auf einem richtigen Fußballplatz spielen zu dürfen, und dann noch vor so einem tollen Stadion, das ist schon toll, und da sind wir sehr dankbar für", sagt der 18-Jährige Tarek, der aus Albanien stammt.

Künftig wollen die beiden Teams regelmäßig gegeneinander antreten. Immer montags wird gespielt, Anstoß ist regelmäßig um 20.30 Uhr. Als Spielstätte dient der Kunstrasenplatz vor der Grotenburg, den die Stadt nebst Flutlicht kostenfrei zur Verfügung stellt, die Trikots in Form von Leibchen sowie die Erfrischungen für die Spieler stellen die Supporters. Und das Interesse an der Partie ist groß: Am Montag Abend beobachteten gut 80 Zuschauer das Spiel, darunter auch Detlef Flick, der Leiter des Amtes für Freizeit, Sport und Bäder der Stadt Krefeld, sowie Sozialarbeiterin Petra Alm, die sich im Auftrag der Stadt um Asylbewerber und Flüchtlinge kümmert. Künftig werden die Partien sogar von einem offiziellen Schiedsrichter geleitet: Marcel Tempel-Richter hat sich dazu gestern den Organisatoren der Supporters zur Verfügung gestellt.

Am Rande: Nach Angaben der Supporters hat der Fußball-Oberligist KFC Uerdingen die Flüchtlingsauswahl zum kommenden Heimspiel am Sonntag, 15 Uhr, gegen die Spielvereinigung Schonnebeck eingeladen.

Quelle: RP
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