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Krefeld
Fußgänger durchs Handy im Straßenverkehr abgelenkt

Krefeld. WhatsApp, Facebook, Nachrichten und Apps: Augen, Ohren und Gedanken sind bei vielen Fußgängern nicht bei der Sache, sondern auf dem Handy, wenn sie eine Straße überqueren. Und das, obwohl sie die schwächsten Verkehrsteilnehmer sind - innerorts stellen sie 60 Prozent aller Verkehrstoten dar.

Deshalb macht der Auto Club Europa (ACE), Deutschlands zweitgrößter Autoclub, im Rahmen der Verkehrssicherheits-Aktion "Finger weg!" Fußgänger in Krefeld auf die Gefahr durch Ablenkung im Straßenverkehr aufmerksam.

Hintergrund sind stagnierende Unfallzahlen in den vergangenen Jahren. Insgesamt 31.589 Fußgänger verunglückten im Jahr 2015 im Straßenverkehr, 534 davon tödlich. Mehr als jeder zehnte Tote im Straßenverkehr war ein Fußgänger. Zu den Gründen zählten neben der Rotlicht-Missachtung, mit etwa 40 Prozent die häufigste Unfallursache, auch die Tatsache, dass sich immer mehr Fußgänger im Straßenverkehr abkapseln: Mit Kopfhörern auf den Ohren und dem Blick aufs Smartphone, können sie das Verkehrsgeschehen kaum noch wahrnehmen.

Die gerade durchgeführte Aktion in Krefeld bestätigt diesen Trend: Von 358 Fußgängern waren 58 mit dem Handy oder Smartphone beschäftigt, also fast jeder Sechste. "Jeder spricht vom Multi-Tasking, doch es handelt sich dabei um einen gefährlichen Mythos: Niemand kann gleichzeitig Nachrichten checken und auf den Verkehr achten. Das ist ganz klar eine lebensgefährliche Selbstüberschätzung", sagt Tolga Kaya, Regionalbeauftragter des ACE in Nordrhein-Westfalen. "Mit unserer Aktion wollen wir einen Denkanstoß liefern." Die Ergebnisse der Verkehrssicherheits-Aktion in Krefeld fließen in eine bundesweite Studie ein, die im Herbst veröffentlicht wird.

Quelle: RP
 
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