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Krefeld
"Gästeliste Geisterbahn" - Ein Podcast geht auf Tournee

Gästeliste Geisterbahn - Ein Podcast geht auf Tournee
Markus Hermann, Nilz Bokelberg und Donnie O’Sullivan sind die Macher von "Gästeliste Geisterbahn". Produziert wird der Podcast von Maria Lorenz. FOTO: Manslayer
Krefeld. In der Kulturfabrik in Krefeld gaben die Macher des Podcasts "Gästeliste Geisterbahn" die erste Veranstaltung ihrer Livetournee. Wir waren an dem Abend dabei.  Von Sven Schalljo

Warum sind Physikräume in Schulen immer so steil gebaut? Ist es, damit die Schüler in den hinteren Reihen einen guten Blick haben, wenn die in den vorderen Reihen bei einem Experiment Feuer gefangen haben? Und daraus folgend: Sind die Pyramiden aus Brandschutzgründen so steil gebaut?

Das und mehr sind Fragen, die Nilz Bokelberg, Donnie O'Sullivan und Markus Herrmann am Samstagabend in der Kulturfabrik Krefeld zu beantworten versuchten. Die drei bezeichnen sich selbst als die schönsten Klugscheißer Deutschlands und betreiben den Podcast "Gästeliste Geisterbahn". Mit dem Titel "Keine Absicht" starten sie nun auf eine neue Livetournee, zu der die Auftaktveranstaltung in Krefeld stattfand. Normalerweise suchen die Drei in ihrem Podcast alle zwei Wochen Antworten zu den Fragen ihrer Zuhörer. Auf der Bühne spielten sie sich selbst die Bälle zu, aber auch Fragen aus dem Publikum wurden beantwortet und prämiert.

Die sehr gut besuchte Veranstaltung im großen Saal der Kulturfabrik begeisterte die Zuschauer und in kurzen Abständen brandete Gelächter auf. Dabei nahmen die drei Protagonisten kein Blatt vor den Mund, machten sich auch über die Gastgeberstadt in netter Art lustig und waren sich auch nicht zu schade, hin und wieder ins Zotige abzugleiten, was das zumeist jüngere Publikum mit Begeisterung aufnahm.

Markus Hermann, Nilz Bokelberg und Donnie O’Sullivan auf der Auftaktveranstaltung für die Podcast-Tournee. FOTO: Sven Schalljo

O'Sullivan beispielsweise machte sich darüber lustig, dass die Passanten am Hauptbahnhof ihn abschätzig angesehen hätten, als er mit Rollkoffer aus dem Zug stieg. "'Hey, Du weißt schon, Du bist hier in Krefeld?! Du bist hier sicher falsch' haben die sich sicher gedacht", sagte er. Die Antwort aus dem Publikum: Zur Pause konnten die Besucher vorher ausgeteilte Karten mit Fragen versehen und zurückgeben. Die besten davon wurden beantwortet. Eine davon lautete: "Donnie (O'Sullivan), Du beschwerst Dich, das Krefeld so Asi sei – aber Du warst vorher doch in Duisburg?!" Das sorgte nicht nur unter den Besuchern, sondern auch bei den drei Hauptpersonen für großes Gelächter.

Immer wieder bezogen sie auch das Publikum ein. So zeichneten sie ein Hörspiel auf. Das Thema: Herrmann war ein Kunde im Kaufhaus, der etwas kaufen wollte. Der Verkäufer (Bokelberg) wollte ihn zu einem anderen Produkt überreden, während O'Sullivan den folgenden Kunden in der Schlange spielte. Eine Zuschauerin bekam ein Mikrofon und sollte immer wieder Kaufhausdurchsagen machen, während ein weiterer Besucher einen Hund spielen sollte, der immer wieder bellte.

Beide bezogen die Darsteller immer wieder mit in ihre Aufführung ein. Als die Durchsage beispielsweise lautete, ein Auto werde bald abgeschleppt, da reagierte O'Sullivan mit dem Einwurf, das sei sein Auto und er müsse nun wirklich unbedingt an die Reihe und weg kommen. Den Verkäufer interessierte das ebenso wenig, wie die Aussage, er habe eine Phobie vor Hunden und könne nicht mehr in der Schlange stehen.

Dann kehrte das Gespräch zurück zu anderen Themen. Warum beispielsweise fand Herrmann im Park an einer Bank ein Puzzlespiel? Die Lösung: Ein Mann habe nach einer schweren Trennung das Spiel gekauft, um sich abzulenken, dann aber auf dem Heimweg die Exfreundin im Park getroffen und sich des Puzzles entledigt.

Auch Träume wurden analysiert. So gab Bokelberg zu Protokoll, geträumt zu haben, zu einem Kölner Rapper eingeladen worden zu sein. Das Interview habe unter der Dusche stattgefunden. Herrmann wiederum habe geträumt, sein Frühstück habe schlecht geschmeckt, bis er bemerkt habe, dass er Haartönung esse. Beide Geschichten sorgten nicht nur für angeregte Diskussionen auf der Bühne, sondern auch für großes Gelächter im Publikum.

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Fraglos war es keine Veranstaltung für Freunde der gehobenen Kunst. Für die Fans des Podcasts und jeden, der gern flotte Sprüche und leichte Unterhaltung mag, die gern auch einmal etwas ins Zotige abrutschen darf, war es alles in allem ein kurzweiliger Abend mit viel Gelächter. Ein Zuschauer übrigens beeindruckte sogar die Moderatoren. Statt einer Frage nämlich warf er gleich drei Scripte für Geschichten für folgende Sendungen ein. Sogar die Cover dafür hatte er gestaltet. Einhellig lobten die Drei die Ideen und versprachen, sie sämtlich auch umzusetzen. Und so nahmen nicht nur die Besucher einen lustigen Abend mit, sondern auch die Moderatoren Ideen für die Zukunft.

 
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