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Krefeld
Geheimer U-Bahn-Tunnel am Hauptbahnhof

Pfusch beim U-Bahn-Bau: Fragen und Antworten
Pfusch beim U-Bahn-Bau: Fragen und Antworten FOTO: ddp
Krefeld. Ein längst vergessenes Stück U-Bahn-Tunnel unter der Hansastraße in Krefeld wird wegen der aktuellen Ermittlungen gegen den Baukonzern Bilfinger Berger erneut kontrolliert.

Nach RP-Informationen prüft die Stadt derzeit, ob der Konzern am Bau eines rund 20 Meter langes Teilstück U-Bahn, welches ausgehend von der ehemaligen Bahnhofsunterführung in östliche Richtung verläuft, beteiligt war. In den siebziger Jahren plante der ehemalige Baudezernent Günther Kusch, die damalige K-Bahn (U 76) unterirdisch an einem Kopf-Bahnhof enden zu lassen.

U-Bahn ab Voltaplatz bis Ostwall

Der ehemalige Ratsherr und Planungspolitiker der CDU, Anton "Toni" Matura, bestätigte unserer Zeitung, dass damals eine U-Bahn in Krefeld geplant war. Ursprünglich sollte diese vom Voltaplatz südlich der Bahngleise bis zum Krefelder Hauptbahnhof verlaufen – "angedacht war im alten Flächennutzungsplan sogar eine U-Bahn unter dem Ostwall", sagt Matura.

Die Rheinbahn hätte damals mit der Stadt beschlossen, dass parallel zum Bau einer Unterführung unter der Bahnhofskreuzung Ostwall/Hansastraße/Am Hauptbahnhof die K-Bahn unterirdisch starten sollte, um erst in Höhe des Voltaplatzes wieder ebenerdig zu fahren. Die unterirdische Baustelle war jedoch nicht sichtbar. Sie soll laut Matura vom Parkhaus Cinemaxx bis zur Bahnhofskreuzung verlaufen sein. "Es gab damals Gutachten über Gutachten, auch eine Endstation der K-Bahn im Bahnhof war angedacht. Letztlich wurde der Tunnel umsonst gebaut", sagt Matura.

Der Tunnel sei nicht zugeschüttet, sondern nur zugemauert worden. Auch die Unterführung am Bahnhof ist nie zugeschüttet worden, sondern nur durch Bodenplatten abgedeckt. Der ehemalige SPD-Ratsherr Gerd Staudacher war damals Vorsitzender des Bauausschusses. Auch er erinnert sich an das Teilstück, sagt aber: "Im Bauausschuss selbst ist darüber nie debattiert worden."

Ist bei diesem Tunnelbau, an dem der Baukonzern Bilfinger Berger nach Informationen unserer Zeitung beteiligt war, korrekt verfahren worden? Dies will die Bezirksregierung jetzt prüfen. Die Stadt kontrolliert derzeit alle Bauprojekte. Der städtische Planungsdezernent Thomas Visser wollte gestern kein konkretes Projekt nennen. "Es liegen uns noch keine abschließenden Aussagen vor, welche Planungen dazu gehören."

Die Stadt Krefeld wird wahrscheinlich schon heute bekannt geben, welche Bauprojekte der Konzern Bilfinger Berger in Krefeld realisiert hat.

Quelle: RP
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