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Krefeld
Gelbe Säcke: Abfuhr-Firma verliert nach viel Ärger Auftrag in Krefeld

Krefeld: Gelbe Säcke: Abfuhr-Firma verliert nach viel Ärger Auftrag in Krefeld
Das Foto aus dem vergangenen Jahr zeigt Gelbe Säcke, die nach nichttermingerechter Abholung auf dem Weeserweg liegen. Bürger und Politiker in Krefeld kritisierten in den zurückliegenden drei Jahren immer wieder Mängel bei der Leerung der Gelben Tonne und beim Abholen der Säcke. FOTO: Thomas lammertz
Krefeld. Die Gesellschaft für Stadtreinigung und Abfallwirtschaft (GSAK) gilt als Favorit für die Nachfolge ab Januar 2017. Die Entscheidung fällt in einem Vergabegespräch in der Woche vom 4. bis 10. Juli. Von Norbert Stirken

Für die Borkener Entsorgungsfirma Borchers Kreislaufwirtschaft GmbH enden am 31. Dezember 2016 die drei Jahre, in denen das Unternehmen für das Einsammeln der Leichtverpackungen in Gelben Tonnen und Gelben Säcken in Krefeld zuständig war. Für die Westfalen war die Zeit mit viel Ärger verbunden. Bürger und Politik in der Seidenstadt machten ihrem Unmut über nicht geleerte Tonnen oder verspätet abgeholte Säcke wiederholt Luft.

Die Unzufriedenheit zog weite Kreise bis in die Spitze der Stadtverwaltung und hin zum Dualen System Deutschland (DSD), das den Auftrag zum Einsammeln jeweils für drei Jahre ausschreibt. Das DSD drohte Borchers mit Sanktionen, falls das Unternehmen seinen Pflichten nicht zuverlässig nachkommen sollte.

Schon der Start stand unter keinem guten Stern. Borchers konnte sich mit dem Vorgänger - die 100 Prozent städtische Entsorgungsgesellschaft Niederrhein (EGN) in Kooperation mit Lankes - nicht über die Konditionen zur Übernahme der 20.000 gelben 120-Liter-Tonnen und den 12.500 gelben 240-Liter-Tonnen sowie die 1100-Liter-Großbehälter einigen. Der Austausch der Tonnen verlief schleppend.

Für die Nachfolge von Borchers gibt es derzeit einen großen Favoriten. Die endgültige Entscheidung fällt aber erst in der 27. Kalenderwoche - 4. bis 10. Juli. Hoffnung darauf, den Auftrag für die Zeit von Anfang 2017 bis Ende des Jahres 2019 zu erhalten, macht sich die Gesellschaft für Stadtreinigung und Abfallwirtschaft (GSAK) aus Krefeld. Wie Geschäftsführer Wilfried Gossen gestern auf Anfrage unserer Redaktion bestätigte, vertrete er sein Unternehmen in einem Vergabegespräch. Sollte dies zur Zufriedenheit der Auftraggeber DSD und Auftragnehmer GSAK verlaufen, stünde einer Zusammenarbeit nichts mehr im Wege. Die Krefelder müssen bei der Gelegenheit ihr Konzept vorstellen, wie sie der Aufgabe im Sammelgebiet gerecht werden wollen, um im Jahr rund vier Millionen Kilogramm Leichtverpackungen einzusammeln.

Die DSD wird nach den Erfahrungen aus den vergangenen drei Jahren sicherlich ganz genau hinhören. Vor allem hinsichtlich der Größe des Fuhrparks und der Personalausstattung muss die GSAK schlüssig vortragen. Borchers hatte bei den Problemen in Krefeld wiederholt damit argumentiert, dass Krankheit beim Personal und technische Schwierigkeiten am Fahrzeug Engpässe erzeugt hatten.

Die Politik quer durch die Fraktionen kritisierte als Folge dieser Engpässe bei den Borkenern ein "schmuddeliges Stadtbild" und erkannte "Gefahren für den Straßenverkehr", wenn nicht abgeholte Gelbe Säcke durch Wind auf die Fahrbahn geblasen wurden.

Die Gesellschafter der GSAK sind die Stadtwerke Krefeld (51 Prozent) und die EGN (49 Prozent). Letztlich ist die GSAK zu 100 Prozent städtisch. Standort ist der Betriebshof am Bruchfeld. Dort befindet sich neben der Verwaltung auch der Wertstoffhof, eine Elektroaltgeräte- sowie die Schadstoffannahmestelle. Ein Salzlager sowie eine Sole-Anlage für den Winterdienst, eine Waschhalle und eine betriebseigene Tankstelle runden die Einrichtungen auf dem Standort ab.

Quelle: RP
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