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Krefeld
Gerd-Jansen-Förderschule braucht "helfende Hände"

Krefeld: Gerd-Jansen-Förderschule braucht "helfende Hände"
Marcel Hölters und Marie Holtorf helfen den Kindern mit körperlichen und motorischen Behinderungen. Sie begeistert die Freude in einer Ehrlichkeit, wie sie sie selten erlebt haben. FOTO: GJS
Krefeld. Zwei junge Leute im Freiwilligen Sozialen Jahr berichten über gewinnenden Erfahrungen an der Förderschule.

Der Schulalltag der über 200 Schüler und Schülerinnen der LVR-Gerd-Jansen-Schule mit dem Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung sowie ihrer Pädagogen und Therapeutinnen ist einerseits geprägt von besonderen Bedürfnissen. Andererseits ist es wie in jeder anderen Schule: Von 8.30 bis 15.15 Uhr wird Deutsch, Mathe, Sachunterricht, Kunst, Sport, Musik, Religion und Englisch unterrichtet. Zwar sind die Klassenstärken - vor allem in der Unterstufe - gering (zehn bis zwölf Schüler), doch erfordert der besondere Förderbedarf eine Menge Hilfe.

Und hier kommen die "helfenden Hände" der jungen Leute im Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) ins Spiel. Oder die Bufdis - die jungen Menschen, die ihren Bundesfreiwilligendienst hier absolvieren. Marie Holtorf (20) hat Geschwister mit einer Behinderung und interessierte sich für ein Soziales Jahr an diesem Ort, um "die andere Seite kennenzulernen". Sie fragte sich, "wie denn der Alltag von den Menschen aussieht, die dauernd zu uns nach Hause kommen und in der Schule helfen"? Täglich genießt sie es, die kleinen, scheinbar unscheinbaren Fortschritte der Schüler zu beobachten. Gefragt, was sie jungen Leuten, die noch unentschieden sind, ob sie ein FSJ an der Gerd-Jansen-Schule machen wollen, sagen würde, ist die Tendenz der Antworten ähnlich. Marie begeistert die "Freude in einer Ehrlichkeit, die ich selten so gesehen habe", die sie erlebt, wenn sie sich "ehrlich mit schwer zu erreichenden Kindern beschäftigt hat". - "Die Dankbarkeit und die Freude, die die Kinder und jungen Erwachsenen einem oft für die einfachsten Dinge entgegenbringen können, muss man erlebt haben um es zu verstehen und es ist etwas, dass man nicht mehr vergisst," sagt Marcel Hölters (19). Er betreut eine Schülerin, die im Rollstuhl sitzt und nicht spricht. Aber sie habe "mindestens einen genauso großen Dickschädel wie ich" und es sei so spannend, mit ihr zu arbeiten. Zu Beginn erscheinen die körperlichen Behinderungen, die erschwerte Kommunikation als große Belastung. Doch mit der Zeit, so Marcel, werden sie "so alltäglich, dass man sich nicht mehr daran stört." Natürlich gibt es auch Zeiten, in denen man die Zähne zusammenbeißen muss, wenn es nicht so läuft, wie man es sich vorstellt. Marie legt es unter Teamwork-Training ab. Kein schlechtes Training! Kaum einer, der nach einem Schuljahr beim Abschied keine (heimlichen) Tränen vergießt.

Quelle: RP
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