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Krefeld
Gerda Schnells Meisterstück

Die Retterin des Bootshauses
Die Retterin des Bootshauses FOTO: Thomas Lammertz
Krefeld. Es war der Tag, an dem sich die Ratspolitikerin Gerda Schnell ins Geschichtsbuch der Stadt Krefeld eingetragen hat. Künftig wird man sagen: "Gerda Schnell? Das war doch die, die das Bootshaus gerettet hat." Von Christine van Delden

Es war der Tag der Gerda Schnell. Zurecht, denn es war maßgeblich ihre Initiative, das Schmuckstück am Stadtwaldweiher zu retten; ihrer Hartnäckigkeit ist es zu verdanken, dass der schon beschlossene Abriss verhindert wurde. Gestern feierten Stadt und Bürger die Wiedereinweihung von Krefelds hübschestem Waldhäuschen. Das Bootshaus ist offiziell vor zahlreichen Gästen der Stadt übergeben worden.

Dass sich die SPD-Ratsfrau Gerda Schnell einmal in einer Feierrunde bei zahllosen Mithelfern und Spendern mit den Worten bedanken würde: "Dies ist einer der glücklichsten Tage in meinem Leben", konnte sie 2011 noch nicht ahnen. Sie sah im November des Jahres lediglich, dass bei dem Bootshaus am Stadtwaldweiher ein paar Ziegel fehlten. Sie formulierte daraufhin eine Anfrage an die Stadtverwaltung und wenige Wochen später lag ein Abrissantrag für das Bootshaus auf ihrem Schreibtisch. "Das hat mich sehr betrübt", erzählt Gerda Schnell.

Sie hat daraufhin alle Hebel in Bewegung gesetzt und eine beispiellose Rettungsaktion für das Bootshaus ins Leben gerufen: Es wurden rund 124.000 Euro für die Sanierung gesammelt (unsere Redaktion berichtete ausführlich).

Am späten Mittwochnachmittag versammelten sich über 100 Krefelder Bürger, um an der Übergabe des nun fachgerecht sanierten Bootshauses teilzunehmen. Der Wettergott meinte es gut und ließ sogar ein paar Sonnenstrahlen durch die Wolken blitzen, als Schüler der Musikschule Krefeld vom Deuß-Tempel her Fanfarenklänge zur Begrüßung über den Weiher schallen ließen - auch wenn man sagen darf: Und hätte es aus Eimern geregnet, es hätte dem rundumerneuerten Bootshaus nichts mehr ausgemacht.

Gerda Schnell und Architekt Klaus Reymann bedankten sich bei allen Beteiligten und Spendern für die geleistete Unterstützung. Klaus Reymann unterstrich in seiner Ansprache die Bedeutung des Bootshauses für Krefeld: "Es ist eines der zahlreichen Projekte, das die Denkmalstiftung wieder hergerichtet hat. Das Bootshaus ist ein Stück Krefeld, das erhalten werden musste - und das nun weiterleben kann".

Ein Gedanke, den auch Oberbürgermeister Frank Meyer aufgriff: Das Bootshaus sei kein Denkmal, es gebe keine Bauakte, kein genaues Entstehungsdatum, aber: "Es gibt feine Unterschiede zwischen dem tatsächlichen Wert und der Bedeutung eines Objektes. Den Wert des Bootshauses für Krefeld kann man nicht an Fakten ablesen, hier geht es um das Gefühl. Das Bootshaus ist ein identitätsstiftender Ort für Krefeld und die Sanierung eine wunderbare Investition in die Zukunft unserer Stadt."

Eine Investition hat auch der Bootsverleiher Donkor Adjei getätigt: Er hat zwei neue Boote für den Stadtwaldweiher angeschafft. Sie wurden durch den Oberbürgermeister getauft - auf die Namen "Gerda" (Gerda Schnell) und "Gabriele" (Ehefrau von Klaus Reymann). Zukünftige Betreiberin des Bootshauses wird voraussichtlich die Bürgerstiftung Krefeld sein. Sie wird Aktionen wie Spiel ohne Ranzen, Schulunterricht, Naturworkshops und anderes mehr koordinieren. Das Bootshaus bietet mittlerweile auch Komfort - eine Behindertentoilette zum Beispiel.

Für die musikalische Unterhaltung der Feierstunde sorgte die Band von Jörg Hallmann "The Good Times", für das leibliche Wohl Helmut Lange vom Stadtwaldhaus.

Quelle: RP
 
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