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Krefeld
Gesucht: Lesementoren, die Kindern Spaß am Lesen vermitteln

Krefeld. Ist Lesen noch in? Die Erörterung dieser Frage ist längst aus dem Kreis der Bildungsexperten hinausgewandert in die breite Öffentlichkeit. Mehr Jungen als Mädchen geben an, noch nie aus eigenem Antrieb ein Buch gelesen zu haben. Ihre Ausdrucksfähigkeit könnte stärker ausgeprägt sein, und die Fertigkeit, ein schnelles Leseverständnis aufzubauen, könnte den Kindern helfen, eigenverantwortlich aus der Flut der anbrandenden Informationen auszuwählen. Von Otmar Sprothen

Der 2003 von dem hannoverschen Buchhändler Otto Stender gegründete Mentor-Verein möchte helfen, die Lese-, Schreib- und Sprachkompetenz von Kindern zu steigern. Mittlerweile haben sich 10.000 Leselernhelfer in 57 Mitgliedsvereinen organisiert, die an 260 Orten aktiv sind. Die Leselernhelfer erreichen so bundesweit 12.500 Schüler an über 1500 Schulen. Lesehelfer wenden sich vorzugsweise an Grundschulen. Betreut werden oft Kinder, die eine andere Muttersprache als Deutsch haben, und mehr Jungen als Mädchen.

Seit dem 5. Juli 2016 gibt es eine Mentor-Gruppe auch in Krefeld. Um die Vorstandsmitglieder Samira Coelen, Annekathrin Koch, Jutta Plass und Karl-Heinz Kolbe haben sich bereits 20 Lesehelfer zusammengefunden. Bis zum Jahresende will man diese Zahl auf 100 gesteigert haben. "Unser Ziel ist es, in jedem Krefelder Stadtteil ausreichende Angebote machen zu können", hofft Annkathrin Koch.

Lesementoren sind nicht zu verwechseln mit Lesepaten, die Geschichten vorlesen. Sie sind keine Nachhilfe, keine Hausaufgabenbetreuung oder eine neue Förderunterrichtsvariante. Der Kern dieses von Ehrenamtlern getragenen Projekts ist der Aufbau einer vertrauensvollen Beziehung zwischen Kind und Lesehelfer am Lernort Grundschule, bei der ohne schulischen Leistungsdruck Freude und Spaß am Lesen im Vordergrund stehen. Deshalb ist die dauerhafte Eins-zu-Eins-Betreuung so wichtig und unterscheidet dieses Projekt von anderen Leseprojekten. Die Jungen oder Mädchen werden von den Lehrkräften für das Leseprojekt vorgeschlagen. Mit der Einwilligung ihrer Eltern treffen sich die Kinder und die Lesehelfer außerhalb des Unterrichts einmal in der Woche für eine Stunde in der Schule, ausgenommen sind natürlich die Schulferien.

Viele Mentoren sind im Ruhestand. Frauen bilden die Mehrheit. Daher sind Männer hochwillkommen, zumal auch die Lehrkräfte an Grundschulen meist Frauen sind. Wer sich für diese Tätigkeit interessiert, benötigt ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis.

Ansprechpartnerin ist die Vorsitzende Samira Coelen unter der Mailadresse samiracoelen@gmx.de

Quelle: RP
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