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Krefeld
Gesundheitsamt: Drei Fälle von Tuberkulose

Krefeld. Der Fachbereich Gesundheit der Stadt hat anlässlich des heutigen Welttuberkulosetags die aktuellen Neu-Erkrankungszahlen in Krefeld in diesem Jahr bekannt gegeben. Danach sind die Fallzahlen bis März in diesem Jahr niedriger, drei Neuerkrankungen wurden erfasst und gemeldet.

In den Jahren 2008 und 2009 waren die entsprechenden Fallzahlen mit sieben beziehungsweise acht Neuerkrankungen bis März deutlich höher. "Doch die Zahlen allein geben keine Auskunft darüber, ob das Erkrankungsrisiko gesunken oder gestiegen ist", erklärt Dr. Martin Binder, stellvertretender Leiter des Gesundheitsamtes. Hohe Erkrankungszahlen könnten auch Zeichen eines verbesserten Meldeverhaltens und Problembewusstseins sein. "Umgekehrt können die niedrigen Zahlen von 2010 aber auch auf ein besseres Gesundheitsbewusstsein bei den Risikogruppen hindeuten."

Tuberkulose, kurz Tbc, ist eine weltweit verbreitete Infektionskrankheit, die durch Tröpfcheninfektion beim Sprechen, Lachen, oder Husten übertragen werden kann. Entscheidend für das persönliche Risiko ist dabei der Zustand des körpereigenen Immunsystems. Daher sind Bevölkerungsgruppen wie HIV-Infizierte oder Drogenabhängige stärker gefährdet als andere. In Europa galt Tuberkulose besonders im 17. und 18. Jahrhundert als gefährliche Seuche. Heute ist die Krankheit, die im schlimmsten Fall tödlich endet, dank verschiedener Medikamente heilbar.

Die Tuberkulose-Fürsorge der Stadt Krefeld betreut in Zusammenarbeit mit behandelnden Ärzten und Krankenhäusern die betroffenen Patienten umfassend. Zunächst wird die Behandlung der Patienten über den vollen Zeitraum von einem halben Jahr überprüft. "So können wir die Einnahme der Medikamente durch den Patienten sicherstellen", erläutert Binder. "Unzuverlässige Patienten müssen ihre Medikamente auch schon mal unter Aufsicht nehmen. Aber das ist selten." Auch in den Folgejahren versuche die Tbc-Fürsorge, durch Nachfolgeuntersuchungen die Genesung des Patienten zu garantieren. Personen im engsten Umfeld des Erkrankten, beispielsweise Eltern oder Ehepartner, werden ebenso auf Tbc getestet. Zuletzt bemühen sich die Ärzte, die Infektionsquelle des Erkrankten auszumachen, allerdings ist die Erfolgsquote der Tbc-Fürsorge hier geringer, denn der Patient ist in seinem Alltag mit großer Wahrscheinlichkeit einer Vielzahl von möglichen Quellen ausgesetzt. Binder: "Selten lässt sich die Infektionsquelle eindeutig ausmachen."

Quelle: RP
 
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