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Krefeld
Gift - Kleingartenfläche wird ausgekoffert

Krefeld: Gift - Kleingartenfläche wird ausgekoffert
Blick auf die Kleingartenanlage Heideck - im Hintergrund das ehemalige Gaswerk. FOTO: Thomas Lammertz
Krefeld. Ein Teil der Kleingartenanlage Heideck an der Vulkanstraße soll ausgekoffert werden. Er ist mit Cyanid belastet. Von Sebastian Peters

Die Kleingartenanlage Heideck an der Vulkanstraße muss in Teilen ausgekoffert werden, weil die Stadt vermutet, dass es dort ein unterirdisches Sammelbecken gibt, in dem das Gift Cyanid aufgefangen wurde. Dies geht aus einem Bericht der Stadtverwaltung für den nächsten Umweltausschuss hervor. Anfang Juli war bekannt geworden, dass das Grundwasser dort in einem kleinen Teilbereich mit Cyanid verseucht ist.

Auf dem Gelände befand sich früher ein Gaswerk. Die Betreibergesellschaft ist nicht mehr existent. Jetzt muss laut städtischem Bericht der Eigentümer der betroffenen Fläche die Sanierungskosten tragen - dabei handelt es sich um die Stadtwerke Krefeld. Die Informationen erteilte die Stadtverwaltung nach Anfrage der Grünen.

Bekannt geworden waren die Belastungen im Rahmen von vorbereitenden Untersuchungen für den Abbruch eines Gebäudes auf dem Gelände des alten Fischelner Gaswerks. "Der Ausgangspunkt dieser Grundwasserverunreinigung sind tiefreichende Cyanid-Bodenkontaminationen im Untergrund des Gaswerksgeländes", heißt es im städtischen Bericht. Die Entstehung der Belastung erkläre sich aus dem Produktionsverfahren, mit dem zum Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts aus Kohle Stadtgas erzeugt wurde. Bei diesem Prozess habe sich im Rohgas als Nebenprodukt Cyanwasserstoff gebildet. Diese chemische Verbindung besitzt korrosionsfördernde Eigenschaften und musste zum Schutz der Gasleitungen herausgefiltert werden.

Die Abscheidungsprodukte seien in Becken gesammelt worden. "Es deutet einiges darauf hin, dass auf dem Gaswerksgelände an der Vulkanstraße noch Reste eines solchen unterirdischen Absetzbeckens im Untergrund vorhanden sind. Durch Erkundungsbohrungen konnte der Hauptbelastungsbereich eingegrenzt werden", heißt es im Bericht der Stadt. Er umfasse eine Fläche von ca. 60 Quadratmeter. Die Cyanid-Bodenbelastungen reichten zum Teil bis in das Grundwasser hinein und würden vom durchströmenden Grundwasser gelöst. Die natürliche Fließrichtung sei hier von Südwesten nach Nordosten ausgerichtet, so dass das kontaminierte Grundwasser vom Schadensbereich in das Kleingartengelände hineinströme.

Längs der Grenze zu den Kleingärten sind inzwischen vier Kontrollbrunnen eingerichtet worden. Hier wurden Cyanidkonzentrationen zwischen 20 und 290 Mikrogramm pro Liter im Wasser gemessen. Aus der Verteilung der Messergebnisse - zu den äußeren Pegeln abnehmende Belastungswerte - könne abgeleitet werden, dass die Breite der Kontaminationsfahne unter den Kleingärten ca. 20 Meter beträgt. Es sei daher nur ein kleiner Teil der Gesamtkleingartenanlage betroffen. Die Pächter der Kleingartenanlage sind bereits informiert.

Informationen gibt die Verwaltung auf Anfrage der Grünen auch zur generellen Zahl der Altlastenverdachtsflächen, aktuell sind es 2377.

Quelle: RP
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