| 15.59 Uhr

Krefeld
Glaskuppel für die A 57?

Krefeld: Glaskuppel für die A 57?
FOTO: Thomas Lammertz
Krefeld. Es könnte der Abschied vom Tunnel-Traum sein. Krefelds Partnerstadt Venlo will viel befahrene Straßen mit Glas überdachen. Jetzt soll die Krefelder Verwaltung diese Möglichkeit für die sechsspurig ausgebaute A 57 prüfen. Von Dieter Hilla

Im Garten die frische Luft genießen, während wenige Meter daneben Autos auf einer sechsspurigen Autobahn rasen? Laszlo Vakar hält das für möglich. Er hat für die niederländische Firma Movares "De Duurzame Weg" entwickelt, auf deutsch: "Die nachhaltige Straße". Über der Autobahn wölbt sich ein Glasdach. Solarzellen auf dem Dach erzeugen Strom. Die Luft unter der Kuppel wird durch Filter von Feinstaub und Emissionen gereinigt. Die Hitze, die im Sommer unter dem Glas entsteht, wird im Grundwasser gespeichert und wärmt im Winter den Asphalt. Daneben reicht die Wärme noch, um pro Kilometer Glasdach 2400 Wohnungen zu heizen.

In Krefelds Partnerstadt Venlo ist diese Idee auf Begeisterung gestoßen. Nachdem die SPD das Glasdach auch in Krefeld ins Gespräch brachte, hat sie nun auch die CDU aufgegriffen. Sie hat für den Planungsausschuss in der kommenden Woche beantragt, diese Lösung zu diskutieren.

Schnelle Lösung erwünscht

Bisher hatte die Stadt immer für den sechsspurigen Ausbau der A 57 auf Krefelder Stadtgebiet eine Untertunnelung gefordert. CDU-Ratsherr Jürgen Wettingfeld lässt sich seine Skepsis gegenüber der Tunnellösung offen anmerken: "Selbst wenn heute der Tunnelbau begönne, wäre er erst 2025 fertig. Die Leute in Oppum wollen aber so schnell wie möglich Lärmschutz."

Noch ist solch eine Glaskuppel nicht gebaut worden, sagt Vakar. Doch es gebe schon mehrere ernsthafte Interessenten. Die Baukosten für die Glaskuppel sind hoch, bestätigt der Ingenieur. Aber: "Durch das Dach werden auch sehr viel Energie und Geld eingespart." So habe der Asphalt eine viermal so lange Lebensdauer. Weder Regen noch Frost setzen ihm zu. Das Land direkt neben der Autobahn könne genutzt werden, da die Menschen dort nicht von Lärm und Abgasen belastet würden. "Wenn die Stadt die Grundstücke dort verkauft, nimmt sie mehr Geld ein als das Dach kostet."

Fluchtwege

Auch der Fahrkomfort sei deutlich angenehmer als in einem Tunnel, da der Autofahrer bei Tag im Sonnenlicht fahre (und die benachbarten Gärten bewundern kann). Im Abstand von 60 Metern werden Türen eingebaut, so dass Fluchtwege vorhanden sind. Rast bei einem Unfall ein Auto direkt in das Glas, zerbricht dieses. "Bei einem Brand ist das Glas eine halbe Stunde bruchfest, es sei denn, die Flammen lodern direkt an der Kuppel", sagt Vakar.

Auch Brücken oder Autobahnkreuze stellen für den Bau des Dachs kein Problem dar, erklärt Vakar. Und noch einen Vorteil kann er nennen: "Die Bauzeit ist nicht länger als ein Jahr."

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Krefeld: Glaskuppel für die A 57?


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.