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Krefeld
Glenn Miller Orchestra macht 1930er Jahre lebendig

Krefeld. Es steckt viel Swing drin, das Zusammenspiel ist perfekt, die instrumentalen Leistungen sind es ebenfalls.

)gho) Dezent klang "Moonlight Serenade", die alte Glenn-Miller-Erkennungsmelodie, aus der Tonkonserve. Dann stimmte die Band live ein und vermittelte im gut besuchten Seidenweberhaus über zwei Stunden einen Eindruck davon, wie in den USA der 1930er und 1940er Jahre der unvergessene Glenn Miller und seine Band ihr Publikum verzauberten.

Genau genommen hat die originale Band nie aufgehört zu existieren. Nach Millers bis heute nicht ganz aufgeklärtem Tod im Dezember 1944 übernahm erst Arrangeur Jerry Gray, später Saxofonist und Sänger Tex Beneke die Leitung. Heute ist die Nachfrage so groß, dass die Glenn-Miller-Foundation weltweit mehreren Orchestern die Lizenz für den Originalnamen "Glenn Miller Orchestra" erteilt. Für Europa bekam vor mehr als einem Vierteljahrhundert der niederländische Pianist Wil Salden den Zuschlag. Und der begeisterte jetzt mit seinen Musikern das Krefelder Publikum.

Es klang wie früher, wenn die jung gebliebenen Titel "In the Mood" "Pennsylvania 6-5000", "American Patrol", "A String of Pearls" und "Little Brown Jug" in den Original-Arrangements erklangen. Und wie sie vorgetragen wurden! Anstrengende Tourneen mit rund 140 Auftritten im Jahr scheinen auf die Musiker eher anregend als ermüdend zu wirken. Auch optisch ist stets Bewegung auf der Bühne. Die Instrumente werden nach oben und unten, nach links und rechts geschwungen. Die Solisten kommen zu ihren Einsätzen nach vorn. Lange bleibt keiner auf seinem Stuhl sitzen, auch die Gruppen sind ständig in Bewegung.

Es steckt viel Swing drin, das Zusammenspiel ist perfekt, die instrumentalen Leistungen sind es ebenfalls. Nach Solisten und Mitspielern ist nicht zu unterscheiden, alle Band-Mitglieder treten abwechselnd als Solisten in Erscheinung und verblüffen durch ihre Souveränität. Und einige glänzen noch durch besondere Vielseitigkeit: als Mitglieder eines Vokalensembles, der "Close Harmony Group ´Moonlight Serenaders´". In der wirken zusammen: die vorzügliche Solosängerin Ellen Bliek, der singende Bandleader und Pianist Will Salden und je ein singender Saxofonist, Trompeter und Posaunist.

Wie bei den amerikanischen Big-Bands seinerzeit üblich, ist auch bei den heutigen Nachfolgern die Kleidung mit Smoking und Einstecktuch bürgerlich korrekt. So ganz nach Glenn Miller klingen auch die Arrangements von Stücken, die man üblicherweise nicht mit seinem Namen verbindet, die aber im ganz typischen Glenn-Miller-Sound damals sehr wohl zum Repertoire gehörten. Zum Beispiel: das Vilja-Lied aus der Lehár-Operette "Die Lustige Witwe". Groß ist die Begeisterung, drei Zugaben werden eingefordert. Darunter auch "Pardon me, boy, is that the Chatanooga Choo-Choo".

Quelle: RP
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