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Krefeld
Goldrausch in Uerdingen

Die Goldsuche und Wäsche in Krefeld
Die Goldsuche und Wäsche in Krefeld FOTO: Lothar Strücken
Krefeld. In Krefeld fand am Sonntag der erste Kurs zum Goldwaschen am Rhein statt – die Suche nach Gold bleibt ein Abenteuer. Von Esther Mai

Konzentriert beugt sich Martin Tennie über seinen Sichertrog. Seine Goldwaschpfanne, wie der Sichertrog in der Umgangssprache genannt wird, hat er fest in den Händen, den Inhalt im Blick. Der Linner hofft auf seinen ersten Goldfund. Nicht etwa am Klondike in Alaska oder in Kalifornien, sondern am Uerdinger Rheinufer, unweit des Bayer-Casinos. Auf das große Geld baut er nicht. "Aber ein Kleinwagen sollte hinterher schon drin sein. Vielleicht von Matchbox", witzelt er.

Tennie ist einer der Teilnehmer des ersten Goldwasch-Kurses, den der Niederländer Maurice Balt am Rhein anbietet. Die Sonne scheint, der Himmel ist blau, es ist angenehm warm. Kleinere Schiffe überholen die Container-Riesen, zwei Speedboote liefern sich ein Rennen. Der perfekte Tag für ein kleines Gold-Abenteuer. 16 Personen haben sich zum ersten der acht Kurse angemeldet, die Maurice Balt in diesem Jahr am Uerdinger Ufer anbietet.

"Ein Tipp, hier ist eine gute Stelle, um Gold zu finden", sagt der Niederländer und deutet auf einen Sandstreifen am Ufer. Das Hochwasser soll dort Goldpartikel angespült haben. Eifrig graben die Teilnehmer tiefe Löcher, mischen den Sand und die Steine mit Wasser und beginnen zu sieben. Gold ist schwerer als Sand und Wasser und wird sich nach einigen Handgriffen schließlich am Boden der Goldwaschpfanne sammeln.

"Wir haben Gold!" Die Presseleute, die Kamerateams und auch die Kursteilnehmer sprinten los und drängen sich um die Pfanne des ersten glücklichen Teilnehmers, der etwas gefunden hat. Mit dem bloßen Auge ist das Gold kaum erkennbar. Jedoch handelt es sich tatsächlich um ein bisschen Goldflitter, der schließlich mit einer Pipette in ein kleines Glas geträufelt wird. Reich macht der Fund nicht. Aber glücklich. Der Finder lächelt zufrieden. Dann hat auch Luca Groß etwas in der Pfanne: ein etwas größerer Partikel blitzt ihm entgegen. Kein Katzengold, sondern das echte, wertvolle. Wie sich das wohl anfühlt, wenn man Gold findet? "Hammer!", sagt der 23-Jährige. "Das werde ich jetzt öfter machen." Er nimmt zusammen mit seinem 16-jährigen Bruder Felix am Kurs teil, ein Geburtstagsgeschenk der Eltern.

Seit ungefähr drei Jahren wäscht Kursleiter Maurice Balt selbst regelmäßig Gold. Dabei hat der Unternehmensberater immer viele Neugierige angelockt, die ihn fragten, wie das mit dem Goldwaschen eigentlich funktioniert. "Deshalb biete ich jetzt den Kurs an", sagt er. Für ihn ist das ungewöhnliche Hobby der perfekte Ausgleich zu seinem stressigen Job als Unternehmensberater.

Reich geworden ist er beim Goldsuchen bislang nicht. "Darum geht es mir aber auch nicht", sagt Balt. Dennoch gibt er nicht auf, hat immer wieder den Ehrgeiz noch mehr zu finden. Mit Erfolg. Wie hoch seine bisherigen Gewinne sind, das möchte er jedoch nicht verraten. Dabei gilt in Deutschland das Prinzip: Wer Gold findet, darf es behalten. Und das sogar steuerfrei.

Maurice Balt bietet diesen Sommer noch einige Kurse in Uerdingen an. Auf seiner Webseite "http://www.welt-gold.de" sind die Termine zu finden. 20 Euro kostet ein Kurs. Vorkenntnisse sind nicht nötig, nur die Kleidung sollte wasserfest sein.

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