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Krefeld
Goosens kleine Bierkunde

Krefeld. "Durst und Heimweh" - Frank Goosen gastierte in der Kulturfabrik. Von Mojo Mendiola

Mit einem langen Gedicht, dass ganz aus Schlagerzitaten der 1950er, 60er und 70er Jahre zusammengesetzt war, eröffnete Frank Goosen sein Programm in der Kufa. All diese Lieder hatten irgendwie mit Reisen und Fernweh zu tun und gipfelten in den Zeilen: "Das Leben, Johnny, wär nich schwer, wenn da nich die Sehnsucht wär".

Frank Goosen, geb. 1966 in Bochum, bildete 1992 - 2000 mit Jochen Malmsheiner das erfolgreiche Duo "Tresenlesen". Mittlerweile ist er erfolgreicher Romanautor. "Durst und Heimweh" hat er seine Geschichten von unterwegs überschrieben und fing beim Naheliegenden an. Südlich von Hattingen fühle er sich bereits fremd, gestand der Bochumer, und dann verspüre er sofort jene Sorte Durst, die sich nicht mit Wasser löschen lasse, diesen Brand, der zwingend nach Bier verlange, und wenn es dann in der Fremde kein gutes solches gebe... Das finge ja mit dem Kölsch schon an. Das werde in der Eifel galoppierenden Pferden vom Rücken gerieben, ebendeshalb in Reagenzgläsern serviert und verändere auf seinem Weg durch den menschlichen Körper kein bisschen seinen Geschmack. Und bayerisches Bier tauge schon deshalb nichts, weil es zumeist von Männern gebraut würde, die keinen Sex hätten - behauptete zumindest Goosen, der beim Stichwort Bayern auf das Phänomen Landschaft zu sprechen kam, welches meist völlig überbewertet werde. Es seien die Autobahnen, auf die man stolz sein könne, sie verbänden die Menschen.

Ein Ruhrpötter kann natürlich keinen Abend gestalten, ohne Oppa und Omma zu würdigen, wobei an Oppa bemerkenswert gewesen sei, dass er die Sinnlosigkeit des Zweiten Weltkrieges daran erkannte, dass in Italien noch immer vorwiegend Italienisch statt Deutsch gesprochen wird. Dies führte in zu Exkursen - über die Stadt Emden, von der er einst annahm, es sei eine Stadt ohne Schule, nach Helgoland, und in die Niederlande, wo man mal in einem "schicken Restaurant mit Billardtisch" ein Fischgericht mit Rote Beete zu sich genommen habe, was für Omma nicht ohne böse Folgen blieb.

Die Bilanz eines Abends: Zwar erzielte Frank Goosen in der Krefelder Kufa hier und da kurze Lacher, bereichernd war der Vortrag allerdings nicht.

Quelle: RP
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