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Krefeld
Grandioser Abschied mit dem "Elias"

Krefeld: Grandioser Abschied mit dem "Elias"
Großaufgebot in der Hülser Pfarrkirche St. Cyriakus: 80 Sänger und ein Orchester der Duisburger Philharmoniker rissen das Publikum zu Ovationen hin. FOTO: Lothar Strücken
Krefeld. In der restlos gefüllten Cyriakus-Kirche dirigierte der scheidende Kantor Zangerle ein hochkarätiges Abschiedskonzert. Von Heide Oehmen

Ein grandioses Abschiedskonzert bescherten die Chöre St. Cyriakus, ein Orchester überwiegend aus Mitgliedern der Duisburger Philharmoniker und vier Solisten dem scheidenden Cyriakuskantor Matthias Zangerle. Dieser leitete die Aufführung des "Elias" von Felix Mendelssohn Bartholdy und nahm am Schluss - stellvertretend für alle Mitwirkenden - die Ovationen des Publikums in der wie zu einer Weihnachtsmette gefüllten Kirche entgegen.

Zuerst muss Thomas Laske gebührend gewürdigt werden - dieser Ausnahmebariton gestaltete die umfangreiche und kräftezehrende Partie des Elias mit bezwingender Intensität, staunenswertem, immer edlem Stimmvolumen und einer Interpretationsskala, die von lyrischem Wohllaut bis zu dramatischen Ausbrüchen reichte. Eine zu Recht umjubelte Glanzleistung.

Die 80 Sängerinnen und Sänger - vor allem bei den Damen gab es erfreulich viele junge Stimmen - blieben den zahlreichen und in ihrer Anlage sehr unterschiedlichen Chören dieses spannenden Oratoriums nichts schuldig. Bestechende Klangfülle und Intonationssicherheit auch in schwindelnden Höhen, klare Diktion, Homogenität und Präzision zeichneten die Chorgemeinschaft aus, die selbst der achtstimmige Chor "Denn er hat seinen Engeln befohlen", der ansonsten von Solisten gesungen wird, nicht schreckte. Leider ungenannt, aber wunderschön und mit strahlender Höhe singend, der "Knabe" aus den Reihen der Soprane.

Das Orchester musizierte klangschön, sehr aufmerksam und anpassungsbereit - die Flöten-, Oboen-, und Cello-Soli waren von edler Klangqualität.

Matthias Zangerle, der eine glückliche Hand bei der überlegten Temponahme hatte und um der Dramaturgie des Werkes willen keine unnötigen Pausen zwischen den einzelnen Sätzen entstehen ließ, verband mit engagiertem Dirigat Chor, Orchester und Solisten, was - trotz der tückischen Tempowechsel in diesem Klanggemälde - mit ganz wenigen Ausnahmen bestens gelang. Bohyeon Mun war der Tenorsolist, der über erstaunliche stimmliche Mittel verfügt, aber bezüglich einer stimmigen Interpretation einige Wünsche offenließ. Christina Kühnes höhensicherer Sopran gefiel sehr in der Partie der Witwe, bei der großen Arie "Höre, Israel" wäre etwas mehr stimmlicher Schmelz vonnöten gewesen. Ulrike Kamps-Paulsen überzeugte mit warm getöntem Alt vor allem in den lyrischen Passagen, denen sie bezwingende Aussagekraft verlieh.

Das abschließende Quartett "Kommt alle, die ihr durstig seid" führte die Solisten zu fein abgestimmtem Miteinander zusammen.

Quelle: RP
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