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Krefeld
Grandioser Hornist glänzt in der Burgserenade

Krefeld. Ein Musikerlebnis ganz besonderer Art bot die Bayer-Kulturstiftung den Konzertbesuchern im Rittersaal der Burg Linn. Für die letzte von ihr geförderte Serenade des Kulturbüros Krefeld ermöglichte sie ein Gastspiel des Hornisten Felix Klieser mit dem Pianisten Alexander Krichel.

Beethovens Sonate für Horn und Klavier F-Dur op.17 bildete den Auftakt, ein Stück, das höchste Ansprüche an den Hornisten stellt. Erst recht, wenn er die Ventile nicht mit den Fingern seiner linken Hand, sondern mit den Zehen seines linken Fußes bedient. Felix Klieser wurde ohne Arme geboren, begann dennoch als Fünfjähriger mit dem Spiel dieses Instruments und blickt mit seinen 24 Lebensjahren auf eine stolze Anzahl herausragender Erfolge zurück.

Klieser saß auf einem Stuhl vor seinem auf ein spezielles Stativ montierten Instrument und blies einen herrlich klar konturierten Ton, der scheinbar mühelos neben dem Flügel bestehen konnte. So brillierte Klieser im ersten Satz auch in der führenden Rolle, während Krichel seine Tonfolgen fröhlich umspielte, dabei durchaus auch eigene Akzente setzte und im zweiten Satz die Führung übernahm.

Sein Glanzlicht setzte Krichel mit Chopins Klaviersonate Nr. 2 b-Moll op. 35. Man könnte streiten, ob Krichel mit seinem energischen, ja harten Zugriff in den ersten zwei Sätzen nicht übertrieb oder ob er gerade mit dieser Interpretation, die stellenweise an Mussorgskys "Das große Tor von Kiew" gemahnte, dem Innersten des Komponisten besonders gerecht wurde. An seiner spieltechnischen Reife und auch an seiner eigenen Emotionalität ließ Krichel keinen Zweifel und meisterte den Trauermarsch und das Finale bravourös.

Nach der Pause gab es eine weitere Klaviersonate von Beethoven und Rheinbergers Sonate für Horn und Klavier Es-Dur mit wunderschönen erzählerischen Passagen. Tosender Applaus und eine Romanze von Saint-Saëns krönten den Abend.

(MoMe)
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