| 00.00 Uhr

Krefeld
Gregorianisches Requiem zum Kriegsende

Krefeld: Gregorianisches Requiem zum Kriegsende
Professor Karlheinz Schüffler organisiert das Musikjahr in der Lutherkirche. FOTO: ped
Krefeld. Höhepunkt im Programm der Lutherkirche ist das Gedenken an den 11. November 1918. Von Petra Diederichs

Ein Organist braucht die Fähigkeit eines Löwenbändigers: Er muss nicht nur die Augen überall haben, sondern auch ständig bereit sein, einzugreifen. Das möchte Karlheinz-Schüffler dem Publikum vermitteln. Und deshalb sind Videoübertragungen von der Orgelempore in den Kirchenraum Programm, wenn der Mathematik-Professor in der Lutherkirche konzertiert. Als Vorsitzender des Fördervereins Walckerorgel liegt ihm daran, mit dem Konzertprogramm nicht nur interessante Interpreten und hochkarätige Kompositionen in die Kirche zu bringen, sondern auch zu zeigen, was Musik neben dem Akustischen ausmacht: "Es ist wichtig zu sehen, mit welcher Gestik jemand gestaltet und welchen Aufwand es bedeuten kann, die Registrierung zu ändern, mehrere Manuale und die Pedale zu bedienen. 50 Prozent des Übens auf der Orgel besteht daraus, sich fit zu machen, dass man diese Dinge schafft." Die Orgel wird mit Besichtigungen, Vorträgen und viel Musik Interessierten vorgestellt. Höhepunkt im Musikjahr ist ein großes Projekt für ein besonderes Datum, zu dem Schola Gregoriana mit Gastsängern aufgestockt werden soll: Am 11. November jährt sich das Ende des Ersten Weltkriegs zum 100. Mal. Diesen Tag will Schüffler mit einem Gregorianischen Requiem begehen. Das vom Förderverein finanziell getragene Konzertjahr hatte mit dem gefeierten Konzert des Kölner Domorganisten Professor Winfried Bönig begonnen. Am Sonntag 22. April, 19 Uhr, kommt Christoph Nierhaus aus Oberhausen mit Werken von Camillo Schumann und Karg Elert. Am Christi-Himmelfahrtstag wird es ungewohnt jazzig in der Lutherkirche: Henning Pertiet präsentiert Jazz-Improvisationen an der Orgel. Auf der Gästeliste für die Reihe der Orgelkonzerte stehen außerdem Joachim Neugart am 17. Juni und Mathias Staut am 23. September. Am Zweiten Weihnachtstag pflegt Schüffler die Tradition der weihnachtlichen Orgelromantik mit Kompositionen von Bach, Reger, Franck und Liedern zum Mitsingen.

Die Lutherkirche ist auch die Heimat von Gregorianik in Krefeld. Es gibt ein interessiertes Publikum für die Vespern, die keine Konzerte, sondern Gebete sind, in die die Besucher einbezogen werden.. Die Choralschola präsentiert am Freitag, 13. April, ab 19 Uhr die gregorianische Orgel-Vesper "Resurrexi" zum Osterfest mit österlicher Orgelmusik. Auch zu Pfingsten und im Advent wird die Schola mit früher Musik aufwarten.

Eine neue Reihe soll für den jeweils letzten Freitag im Monat installiert werden: "Chant de nuit". Taizé-Gesänge und Musik zur Nacht soll jeweils um 21 Uhr beginnen. Der Start dafür ist für den Herbst geplant.

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Krefeld: Gregorianisches Requiem zum Kriegsende


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.