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KFC Uerdingen
Grotifant-Eklat bringt Krefeld weltweit in die Schlagzeilen

KFC Uerdingen: Grotifant-Eklat bringt Krefeld weltweit in die Schlagzeilen
So wird in China über den Grotifanten berichtet. FOTO: Screenshot
Krefeld. Es ist erstaunlich: Obwohl der KFC Uerdingen fünftklassig spielt, ist das Maskottchen des Vereins weltweit bekannt - selbst in China wird über den Vorfall mit der Rangelei und dem gemopsten Kopf berichtet. Von Sebastian Peters

Nicht Samt, auch nicht Seide - der Grotifant, Maskottchen des KFC Uerdingen, ist derzeit Werbeträger Nr. 1 für Krefeld: Weltweit berichten Medien über den kuriosen Vorfall in der Grotenburg am vergangenen Wochenende, bei dem ein KFC-Anhänger dem Grotifanten kurzzeitig den Kopf entwendete und dadurch einen Streit auslöste. Die renommierte Gazzetta dello Sport machte dies zum Thema, auch die "Kleine Zeitung" aus Österreich und die Bild-Zeitung. Selbst das Portal China.com schreibt über die kuriose Begebenheit.

Weltweite Schlagzeilen - Andreas Bosheck, der seit 15 Jahren im Grotifantenkostüm steckt, ist darüber alles andere als erfreut. Er fühlt sich ungerecht behandelt.

2. Wettkampf: Panda und Grotifant beim Armdrücken

Die kuriose Szene ereignet sich beim Spiel gegen den VfR Fischeln am vergangenen Samstag. Nachdem das 1:0 für den KFC gefallen ist, klettert Andreas Bosheck im Grotifantenkostüm auf den Zaun. Ein Fan springt hoch, packt den Plüschelefanten am Rüssel, zieht den Kopf ab und wirft ihn über die Absperrung. Ein Kind fängt den Kopf und trägt ihn mit erhobenen Armen. Der erzürnte Bosheck klettert über den Zaun, um sich seinen Kopf zurückzuholen. Daraufhin kommt es zu einem Streit im Block.

Maskottchen frisst Cheerleader FOTO: screenshot youtube

Andreas Bosheck (in Fankreisen "Bossi" genannt) betonte gestern gegenüber unserer Redaktion erneut, dass er selbst nicht mitgeprügelt habe, wie es internationale Medien im Nachgang darstellten. Er wolle kein negatives Image für den KFC. Ihn schmerze auch, dass weltweit jetzt auf diese Art über Krefeld berichtet wird. "Was sich in den vergangenen zwei Tagen ereignet hat, war ein Horrortrip." Etliche SMS und Mails habe er bekommen, sei beschimpft worden. Über die weltweite Presse sei er "irritiert". Bosheck betont, dass die Kostüme sein Eigentum seien. Drei Kostüme des Grotifanten habe er angeschafft. "Es ist doch klar, dass man sich zurückholen will, was einem gehört. Ich klaue doch auch keine Ultras-Fahne."

Der Grotifant, er ist ein Phänomen: Zwar dümpelt der ehemalige Bundesligist KFC Uerdingen seit Jahren in der sportlichen Bedeutungslosigkeit herum - sein Maskottchen aber bleibt Kult. Es hat einen Bekanntheitsgrad wie das Zebra "Ennatz" in Duisburg oder das Fohlen "Jünter" in Gladbach. Und ein gutes Maskottchen zu finden, ist gar nicht so leicht: Wer kennt schon "Berni", den Bären des FC Bayern?

KFC Uerdingen - Lakis spielt Grotifant FOTO: Thomas Lammertz

Warum ist der Grotifant so populär? Eine Marketingexpertin wie Nicole Stocks von der Krefelder Werbeagentur Nimm3 sieht besonders einen Grund: "Ein Elefant ist per se schon mal ein sympathisches Tier, ihm werden ja auch menschliche Eigenschaften zugeschrieben." Obwohl es ein Streit war, der den Grotifanten in die Schlagzeilen brachte, glaubt sie nicht, dass dies für Krefeld ein Negativimage bedeutet.

Der Grotifant, und mit ihm Andreas Bosheck, war schon vorher ein verlässlicher Schlagzeilenlieferant: Kult ist etwa die Geschichte, dass der Grotifant einst beim Spiel gegen den 1. FC Köln den Linienrichter aus Protest gegen eine Entscheidung in den Allerwertesten getreten haben soll. Und 2004 kam es zum Streit zwischen Bosheck und dem damaligen Torwart von Fortuna Düsseldorf, Carsten Nulle. Der soll den Grotifanten aus Verärgerung mit einem Fausthieb niedergestreckt haben. Von einer Klage, wie zuerst angedacht, sah Bosheck dann doch ab. Und auch diesmal will er keinen Rechtsweg einschlagen. "Ich will jetzt einfach nur Ruhe."

Quelle: RP
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