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Krefeld
Gründungen rückläufig: Neue Chefs braucht die Stadt

Krefeld. Drei "K´s" bestimmen, ob eine Existenzgründung erfolgversprechend ist oder nicht: Können, Kraft und Kapital. IHK-Existenzgründungsberater Wolfgang Koger weiß, dass es gerade am Kapital häufig hapert: "Deutschland ist ein Tüftlerland. Doch unheimlich viel Bürokratie und geringe Risikobereitschaft sind oft Hürden." Das Gründungsklima in Deutschland sei nicht besonders freundlich. Roland Czech hat es vor sechs Jahren dennoch gewagt. Der 51-jährige Krefelder hat sich mit einer Durchfluss-Messtechnik selbstständig gemacht, den ersten Prototypen hat er in seiner Garage gebaut. Mittlerweile ist das Ein-Mann-Unternehmen dQdt KG an die Dießemer Straße umgezogen. Unter anderem konnte der Ingenieur für Technische Chemie Bosch, VW und Fiat als Kunden gewinnen. Dennoch befindet sich seine Firma noch in der Aufbauphase, finanziell hat Czech zu kämpfen. Anderen Existenzgründern rät er: "Geduld ist wichtig. Man sollte, abhängig von der Geschäftsidee eine lange Aufbauphase einplanen - und eine noch längere in Betracht ziehen." Mehr Menschen, die diesen Schritt wagen, würden der Stadt guttun, sagt Andree Haack von der IHK Mittlerer Niederrhein: "Unternehmensgründungen sind Frischzellenkuren für die Volkswirtschaft, denn sie beinhalten immer auch Innovation." In Krefeld sehe es aber eher mau aus, die Zahlen sind rückläufig: Wurden im Jahr 2014 noch 1912 Unternehmen neugegründet, waren es 2015 nur noch 1858. "Auf dem Arbeitsmarkt herrscht Fachkräftemangel, das saugt fast alles auf", erklärt Haack. Um Menschen dennoch zu Existenzgründungen zu ermutigen, hat die IHK nun eine neue Broschüre vorgestellt. In "Guck mal, wer da gründet!" stellen sich 27 außergewöhnliche Gründerinnen und Gründer aus Krefeld, Mönchengladbach, Neuss und Viersen vor, die eine Erfolgsgeschichte zu erzählen haben.

Das Startercenter in Krefeld gibt Gründern eine Grundversorgung: Wolfgang Koger und sein Team beraten bei Fragen zur passenden Gesellschaftsform, Steuern oder Rechtlichem.

Die Gründer-Broschüre als Download gibt es unter www.mittlerer-niederrhein.ihk.de/5941

(tak)
 
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