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Krefeld
Grüne: Stadt soll zur Not Abriss von Schrottimmobilien durchsetzen

Krefeld. Für die nächste Ratssitzung haben die Grünen beantragt, den Bereich Lindenstraße zwischen Südwall und Breitestraße als Sanierungsgebiet festzulegen. Von Jochen Lenzen

Die Grünen beantragen für die nächste Ratssitzung am 25. August, den Bereich Lindenstraße zwischen Südwall und Breitestraße als besonderes Sanierungsgebiet festzulegen. "Wir beschäftigen uns seit gut zehn Jahren mit der Problematik verwahrlosender Häuser in diesem Bereich", sagt Fraktionsvorsitzende Heidi Matthias und verweist beispielhaft auf die Häuser Lindenstraße 5-7, die wie etliche weitere durch ihren verwahrlosten Zustand den gesamten Bereich schädigten. Heiner Tendyck, Eigentümer des Nachbarhauses, beklagt Ratten, Taubendreck und Feuchtigkeit; auch Einsturzgefahr könne nicht ausgeschlossen werden.

Durch das Instrument der Festsetzung als Sanierungsgebiet gemäß Paragraf 136 und folgende könne man bestimmte Städtebaurechte anwenden, die vom Gebot der Sanierung bis zum Abrissgebot reichten, erläutert Matthias. "Eigentümer von maroden Gebäuden sollen gezwungen werden, sie instand zu setzen. Die verwahrlosten und verfallenden Häuser haben nur noch den Grundstückswert minus der Abrisskosten."

"Wir Grüne sind gegen die Ausweisung neuer Baugebiete auf Ackerflächen am Stadtrand, wollen in der Innenstadt urbanes Leben schaffen und sie so attraktivieren; das geht nicht in einem Umfeld wie dem an der Lindenstraße", sagt Matthias' Vorstandskollege Günter Föller. Die Grünen seien überzeugt, dass die für 2030 prognostizierten 215 000 Einwohner in der bestehenden Bausubstanz gehalten werden können, "wenn sich die Planungsverwaltung darauf konzentriert".

Hauseigentümer Tendyck berichtete, dass die Stadt sich als zahnloser Tiger erweise und mehrfach abgewiegelt habe, als er sich hinsichtlich der Problematik an die Verwaltung inklusive Oberbürgermeister gewandt habe.

Teile der Südweststadt, so Heidi Matthias, seien vor etwa 15 Jahren zum Sanierungsgebiet erklärt worden. Dort sei es allerdings nicht zu Geboten gekommen, weil durch sogenannte aufsuchende Beratung seitens des Quartierbüros viel - wenn auch nicht alles Wünschenswerte - erreicht worden sei. Eine derartige Beratung für erhaltungsfähige Gebäude soll auch der erste Schritt im Rahmen einer Festsetzung als Sanierungsgebiet angeboten werden.

Quelle: RP
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