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Krefeld
Grüne zeigen die Stadt von anderer Seite

Krefeld: Grüne zeigen die Stadt von anderer Seite
Günter Föller und Heidi Matthias stellten gestern im Krefelder Rathaus das Programm für die Stadtspaziergänge und die dazugehörigen Flyer vor. FOTO: Thomas lammertz
Krefeld. Seit 2003 organisieren die Grünen Stadtspaziergänge. Allein 800 Besucher erkundeten seinerzeit das Stadtbad an der Neusser Straße. Am Dienstag stellten Heidi Matthias und Günter Föller das neue Programm vor. Der Startschuss erfolgt am Samstag. Von Norbert Stirken

Die Grünen sind stolz auf ihre Urheberschaft für die Stadtspaziergänge, die am Samstag ins 13. Jahr gehen. Und sie freuen sich über Nachahmer, die interessante und schöne Fleckchen speziell in der Innenstadt erkunden.

"Seit 2003 laden wir Krefelder Bürger zu außergewöhnlichen Stadtrundgängen rund um das facettenreiche Thema Stadtentwicklung ein", erklärten Heidi Matthias und Günter Föller bei der Vorstellung des Jahresprogramms. Sie erkunden auch diesmal Quartiere, Plätze, Straßen, Gebäude und Hinterhöfe, besuchen Menschen in ihren Häusern und Gärten, stellen besondere Konzepte, alternative Wohnprojekte oder Stadtoasen vor, betrachten aber auch vernachlässigte Standorte, Fehlplanung und Problemzonen.

Zum Auftakt führt der "überzeugte Innenstadtbewohner" Joachim Watzlawik Gäste am Samstag, 18. April, ab 14.30 Uhr unter der Überschrift "Ein sonniges Leben im Schatten der Josefskirche" zu den Orten, die das Viertel zu etwas Besonderem machen. Treffpunkt ist am Corneliusplatz Ecke Südstraße.

Weiter geht's am Samstag, 30. Mai, ab 14.30 Uhr. Dann steht das "Leben und Arbeiten im Künstlerhaus an der Hüttenallee" im Fokus. Albert Oetker hat das Haus seinerzeit der Stadt Krefeld mit der Auflage geschenkt, es Künstlern für ihr kreatives Tun zur Verfügung zu stellen. Der frühere Direktor des Kaiser-Wilhelm-Museums Friedrich Deneken hatte für dort damals eine ganze Künstlersiedlung geplant. Am Ende blieb es dann aber bei dem einen Haus an der Hüttenallee 150.

Am Samstag, 20. Juni, schauen die Grünen über die Stadtgrenzen hinaus und fahren um 14.18 Uhr ab Hauptbahnhof in die Vitusstadt. "Gärtnern in der Stadt - Exkursion zum Margarethengarten in Mönchengladbach" lautet die Überschrift zum Besuch des Vereins, der seit mehreren Jahren mit beachtlichem Erfolg "Urbanes Gärtnern" betreibt und an Ort und Stelle zu Konzerten, Lesungen und Podiumsdiskussionen einlädt. In Krefeld, so Matthias und Föller übereinstimmend, sei das Krefelder Guerilla-Gardening an der Ecke Melanchthon- und Kölner Straße noch sehr in den Anfängen.

Die Ursache machen die Grünen bei der Stadtverwaltung aus, die offenbar die Brache nicht per Vertrag für eine festgeschriebene Zeit verpachten möchte. "Es ist allen klar - auch in Mönchengladbach -, dass die Nutzung öffentlicher Brachflächen nur für eine begrenzte Zeit erfolgen soll. Nämlich so lange, bis das Grundstück bebaut oder anderweitig benötigt wird", erklärten die Grünen.

Nach den Sommerferien steht der Samstag, 29. August, ab 14.30 Uhr, im Zeichen von neuen Wohnformen im Alter. Thomas Siegert, Vorstand der Krefelder Wohnstätte AG, informiert über den barrierefreien Neubau von 15 Wohnungen am Friedrichsplatz. Dort, so Föller, hätten die neuen Bewohner gleich einen Verein gegründet, der eine der Wohnungen gemietet habe und sie als Gemeinschaftsräume für die im Haus lebende Generation 50 plus zur Verfügung stelle.

"Es geht darum, innovative Beispiele zu zeigen, wie gerade in der Innenstadt Modelle entstehen können, die zeigen, dass auch im Seniorenalter nicht zwangsweise eine Heimunterbringung notwendig wird", betont Heidi Matthias, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Rat der Stadt.

Den Schlusspunkt ihrer Stadtspaziergänge setzen die Grünen in diesem Jahr mit dem Thema Bäume. Der Forstwissenschaftler Christoph Michels, der sich seit Jahren mit den ältesten und exotischsten Bäumen Deutschlands befasst (wir berichteten), kommt am Samstag, 12. September, und lädt ab 14.30 Uhr zu einer Fahrradtour vom Parkplatz Schönwasserpark am Botanischen Garten, Johansenaue 3, ein.

In den zurückliegenden Jahren haben bereits einige Tausend Interessierte an dem Angebot der Grünen teilgenommen. Unangefochten steht der Besuch des Stadtbads an der Neusser Straße auf Rang eins der Nachfrage. 16 Mal konnten die Grünen eine Gruppe durch das denkmalgeschützte Jugendstilobjekt führen.

Rund 800 Besucher wurden am Ende gezählt. Nur einmal erkundete die Gruppe die frühere Werkkunstschule, von der heute nur noch die Fassade steht. 200 Gäste standen unter dem Strich in der Besuchsbilanz. Ein besonderes Ziel haben die Grünen noch nicht aus den Augen verloren. Sie würden gerne in die unterirdischen Bunker und Gänge des Westwalls - dazu haben sie aber bislang noch keine Genehmigung von der Stadt erhalten.

Quelle: RP
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