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Krefeld
Gutachter findet Schuldige für Schäden an der Rheinlandhalle

Krefeld: Gutachter findet Schuldige für Schäden an der Rheinlandhalle
Die Rheinlandhalle gegenüber dem König-Palast an der Westparkstraße. FOTO: lez
Krefeld. Laut der Expertise führte die fehlerhafte Montage der Photovoltaikanlage bereits 2012 zu Schäden am Dach. Die Stadt, die für einen Abriss und Neubau plädiert, sieht keinen Zusammenhang. Von Annette Frieling

Das Gutachten zur Bestandsbewertung der Krefelder Eishallen hat einen hohen Sanierungs- sowie Modernisierungsbedarf ergeben. Allein für die Rheinlandhalle wurden Kosten in Höhe von über neun Millionen Euro ermittelt. Während die Verwaltung, wie berichtet, für Abriss und Neubau plädiert und mit Abnutzung und Alter argumentiert, haben die Experten des Velberter Architektur- und Ingenieurbüro Krieger festgestellt, dass nicht allein das Alter von 60 Betriebsjahren für den schlechten Zustand der Rheinlandhalle verantwortlich ist.

Offenbar wurden 2012 bei der Befestigung der Photovoltaikanlage (PV-Anlage) Schäden mit weitreichenden Folgen an der Dachfläche verursacht. Die Gutachter sprechen in dem Zusammenhang bei ihrer Auswertung unter anderem von "Feuchteunterwanderung", "nicht sanierbaren Schäden" und einer "ausgereizten Belastbarkeit" der Dachkonstruktion.

Die Fragen unserer Redaktion an die Stadt, seit wann sie Kenntnis über die Mängel hat, ob noch Gewährleistungsansprüche gegenüber der ausführenden Firmen bestehen und in wieweit die Anlage zur Zeit der Fertigstellung durch einen Fachmann geprüft und abgenommen wurden, beantwortet die Stadt zum Teil widersprüchlich und gegenteilig zu den Ergebnissen der Experten aus Velbert. "Bei der Montage der Photovoltaikanlage wurden Schäden an der Dachfläche (Hoesch Isobleche) durch die Befestigungskonstruktion verursacht", heißt es in dem Gutachten. Hierdurch komme es immer wieder zur Schwitzwasserbildung innerhalb der Halle. Durch die Kraftübertragung des Windes löse sich an mehreren Stellen die Vernietung des Bleches. "Die Belastbarkeit der Dachkonstruktion ist ausgereizt. Sicherheitsreserven sind nicht gegeben". Für den Betrieb bedeute das, dass bei "Schneeverwehungen" die Halle zu schließen sei. Für eventuelle Wartungsarbeiten fehle es sowohl an gesicherten Aufstiegsmöglichkeiten zur Dachfläche als auch an Sicherheitseinrichtungen auf dem Dach. Die Gutachter kommen zu dem Schluss, dass die Bausubstanz trotz fortgeschrittenen Alters "durchaus erhaltenswert und sanierungswürdig" ist; ein weiteres Aufschieben der dringend erforderlichen Maßnahmen wirkt sich nach Auffassung der Fachleute beschleunigend auf die "Fortschreibung der Schadensbilder" aus und führt absehbar auch zur Zwangsschließung.

Deutlich anders als durch das Gutachterbüro lautet die Einschätzung der Krefelder Verwaltung. Hier sieht man weder Risiken noch Probleme bei der Durchführung von Wartung und Sicherung der Dachflächen. Auch einen ursächlichen und zeitlichen Zusammenhang zwischen der Montage für die Unterkonstruktion der Photovoltaikanlage und Feuchteschäden in der Halle schließt die Verwaltung aus.

Auf die Frage, seit wann die Stadt Kenntnis über die oben genannten Mängel habe, erklärt Pressesprecher Manuel Kölker: "Der Mangel Taupunktunterschreitung / Kondensatbildung steht in keinem Zusammenhang mit dem Bau der PV-Anlage, diese Problematik war schon immer ein Thema." Trotz dieser Auffassung räumt Kölker ein, dass die Verwaltung den Auftrag erhalten habe, die Bestandsbewertung der Machbarkeitsstudie zu analysieren und zu beurteilen. "Die Thematik PV-Anlage wird hierzu differenziert betrachtet und bewertet. Dieser Prozess dauert an." Ob Gewährleistungsansprüche gegenüber der damals ausführenden Firmen bestehen, werde geprüft.

Quelle: RP
 
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