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Zum Tage
Gute Vorsätze

Krefeld. Haben Sie auch schon gute Vorsätze für das neue Jahr gefasst. Mehr Sport, mehr Zeit für mich, mit dem Rauchen aufhören, ein paar Pfunde weniger. Gute Vorsätze gibt es viele. Aber insgeheim wissen wir auch, oftmals währen diese guten Vorsätze nicht lange, schnell sind sie wieder vergessen, oder durch den Alltag vereinnahmt.

Diese Erfahrung liegt wohl auch dem bekannten Sprichwort "der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert" zu Grunde. Es will sagen, gute Vorsätze nützen nichts, im Gegenteil: So mancher landet in Unglück oder im Bösen, obwohl oder sogar weil er viele gute Vorsätze gefasst hatte. Sie sind kontraproduktiv; auf jeden Fall führen sie zu weiterer Frustration.

Mit guten Vorsätzen kommt man nicht zum Ziel. Aber wie sonst?

Einen Ansatz, wie Veränderung gelingen kann, bietet die christlichen Spiritualität. Sie unterscheidet die drei Ebenen "Verhalten - Haltung - Halt". Es nützt nichts, wenn ich auf der Ebene des Verhaltens bleibe und da gegen eine bestimmte Verhaltensweise eine neue setzen will - nach der Devise: "Ab sofort mache ich das nicht mehr so, sondern so." Das wäre der vergebliche Weg der guten Vorsätze. Es geht anders: Eine Änderung im Verhalten ist eine Frucht davon, dass sich eine Ebene tiefer in mir etwas tut, auf der Ebene der Haltungen. Dort muss ich nachschauen, denn mein konkretes Verhalten erwächst aus meinen inneren Einstellungen und aus meinen Grundhaltungen. Und wenn ich will, dass sich dort etwas tut, bei meinen Einstellungen, dann gehe ich am besten noch eine Ebene tiefer, auf die Ebene des "Halts". Dorthin, wo ich in meinem Inneren Halt spüre und Halt bekomme. Denn der innere Halt ist der Wurzelgrund für meine Haltungen, und aus denen wiederum wächst mein konkretes Verhalten hervor. Also kommt es darauf an, zu diesem Kern vorzustoßen.

Deshalb empfehle ich Ihnen: Nehmen Sie sich einmal ein wenig Zeit und gehen Sie in sich; spüren Sie einmal nach, wie es um Ihren inneren Halt steht, was Ihnen Halt gibt. Das Gebet in der Stille ist eine Möglichkeit, dies zu tun. Sich bewusstwerden, was der eigentliche Halt in meinem Leben ist. Das ist der beste Ansatzpunkt, dass sich so etwas in Ihnen und Ihrem Leben ändern kann. Und zwar ohne krampfhafte Anstrengungen.

Ein gesegnetes neues Jahr 2018!

Rainer Bushe, Pfarrer am Berufskolleg Uerdingen

Quelle: RP
 
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