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Krefeld
Guten Tag, Freunde !

Krefeld. Mit Musik und in bester Stimmung hießen die Krefelder im Theater die aus den Kriegsgebieten Geflüchteten willkommen. Das "Welcome Now"-Festival war ein perfekter Abend mit toller Musik, der viele Begegnungen ermöglichte. Von Esther Mai

Die Zuschauer jubeln und pfeifen, als die ersten Sänger des Flüchtlingschores die Bühne im Stadttheater betreten. Mehr und mehr Menschen füllen die Bühne - waschechte Krefelder und ganz viele Menschen aus anderen Ländern: aus Syrien, Afghanistan und vielen anderen Ländern, aus denen die Menschen fliehen müssen. Sie alle haben eine gemeinsame Sprache, die Musik. Deswegen werden die Zuschauer gleich angehalten, mal einen Kanon auf Persisch mitzusingen, während der Chor die Stimmen in Englisch, Deutsch, Arabisch und Französisch übernimmt.

Die Zuschauer stimmen ein, das Experiment des Chores glückt auf Anhieb. Experiment? Ja, es ist ein Experiment. Der Chor hatte bisher keinerlei Auftrittserfahrung. "Schließlich habe ich ihn nur gegründet, um die Menschen hinter dem Begriff "Flüchtling" mal kennenzulernen", sagt Dirigent Andreas Fellner, Kapellmeister am Gemeinschaftstheater.

Vier Bands, der Flüchtlingschor und einige Nachwuchs-Literaturkünstler haben sich für diesen Fronleichnamstag im Stadttheater zusammengetan, um im Rahmen des "Welcome Now"-Festivals Geld für das Flüchtlings-Café Sarah einzusammeln.

Die Idee zu diesem Festival hatte Schauspieler Cornelius Gebert - und setzte sie auch gleich in die Tat um. Er fragte die Bands und die jungen Literaten, die sofort begeistert zusagten. "Ich finde die Aktion einfach großartig", sagt Jan Büttner von der Krefelder Band "The Fog Joggers", die auch mit von der Partie war. Sofort habe er zugesagt, für das Café Sarah zu spielen. Genau wie die anderen Bands "Toi et moi" und das "Horst Hansen Trio" auch. Auch den Singer und Songwriter Patrick Richardt musste Gebert nicht lange bitten. "Ich bin gerade von einer Montage nach Krefeld zurückgekommen und finde es so toll, was hier gerade passiert", sagt er.

Apropos toll: Die Zuschauer sind schon von der ersten Sekunde der Veranstaltung an Feuer und Flamme für die Konzerte und Lesungen, die ihnen geboten werden. "Toi et moi" entführen sie in die Welt des französisch-sprachigen Chansons. Kaum ist die Theatertüre geschlossen, ist die Welt eine völlig andere, Stress fällt von den Zuschauern ab, sie entspannen sich. Die perfekte Voraussetzung für einen schönen Abend. Doch nicht nur im Theater tummeln sich die Gäste. Bierbänke und Tische laden zum Verweilen vor der Tür des Theaters ein. Hier trinken die Gäste zusammen ein Glas Bier oder essen eine Bratwurst. Und gehen dann wieder hinein, wo die Musik weiter spielt. Der Auftritt des Flüchtlings-Chores, bei dem alle gefordert sind, und der mitreißende Auftritt von "The Fog Joggers" sind mit Sicherheit die Höhepunkte des Tages. Jan Büttner und seine Mitmusiker rocken anderthalb Stunden gekonnt über die Theaterbühne. Und im Saal? Ja, dort sieht es während des ganzen Konzertes so aus, wie am Ende einer Premierenvorstellung. Die Zuschauer stehen vor ihren bequemen Sitzgelegenheiten und klatschen. Wenige singen mit, einige tanzen.

15 Euro kostete der Eintritt ins Theater, das Generalintendant Michael Grosse kostenlos zur Verfügung gestellt hatte. "Es ist uns sehr wichtig, Flüchtlingen zu signalisieren, dass sie bei uns herzlich willkommen sind. Kulturelle Teilhabe spielt für uns eine große Rolle. Neben dem Café Sarah und unserem neuen Schauspiel ,Kein schöner Land' gibt es eine ganze Reihe an Bausteinen zum Thema Flüchtlingsthematik", sagt Grosse.

Quelle: RP
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