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Krefeld
Händels "Messias" überzeugt in hellen Farben

Krefeld. Emmaus-Kantorei und Willicher Musik-Projekt machten das Publikum in der Friedenskirche mit prächtiger Leistung glücklich. Von Mojo Mendiola

Die Faszination von Georg Friedrich Händels "Messias" ist ungebrochen, und so war auch die Aufführung am Sonntag in der Friedenskirche rasch ausverkauft. Die Emmaus-Kantorei Willich und das Willicher Musi-Projekt boten gemeinsam mehr als 100 Sängerinnen und Sänger auf, fußend auf der deutschen Textfassung von Konrad Ameln. Die Camerata Louis Spohr, Düsseldorf, besorgte die orchestrale Begleitung.

Kreiskantor Klaus-Peter Pfeifer, der die Kantorei vor 40 Jahren gründete und mit ihr beachtliche Konzerterfolge im In- und Ausland erzielte, bewies von Beginn an seine professionelle und glückliche Hand in der Führung dieses großen Ensembles. Ein transparentes Klangbild, ausgewogen mit leichter Tendenz in die helleren Farben, ein wunderbares Rhythmusgefühl, das manche Passagen regelrecht federn ließ, und ein tadelloses Timing zeichneten die Chorgemeinschaft aus. Auch das Zusammenwirken mit der Camerata war absolut stimmig. Im ersten Teil "Verheißung und Geburt des Heilands" war es denn auch vor allem die Ensemble-Leistung, die das Publikum begeisterte. Die Gesangssolisten hinterließen zunächst unterschiedliche Eindrücke. Während Elisa Rabanus (Sopran) und Kevin Gagnon (Bass) von Anfang an voll überzeugten, taten sich Esther Borghorst (Alt) und Marcus Ullmann (Tenor) schwer, sich akustisch durchzusetzen. Selbst mit ganz sparsamer Begleitung drang Borghorsts Text nicht gänzlich durch, Ullmann ging es ähnlich. Im zweiten Teil "Passion und Auferstehung Jesu" war von diesen Schwächen allerdings nichts mehr zu spüren, beide klangen beinah wie ausgewechselt. Und geradezu traumhaft immer wieder Rabanus, die auch die höchsten Höhen ohne jede Schärfe meisterte.

Die Camerata lieferte auch da Höhepunkte, wo man sie ohne Gesang hören könnte. Stimmungsvoll im besten Sinne gelang die Pastoralsinfonie "Pifa", und Ulrike von Weiß sowie Jens-Peter Enk setzten zusätzlich reizvolle Akzente an Cembalo und kleiner Orgel.

Darüberhinaus wurde im zweiten Teil eine langsam ansteigende Spannung spürbar, die zielstrebig auf das große Feuerwerk der Glaubensfreude vorbereitete. Im "Halleluja" wirkten dann alle Qualitäten prächtig zusammen, und im Publikum waren nur glückliche Gesichter zu sehen.

Quelle: RP
 
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