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Krefeld
Hafen trotzt allen Schwierigkeiten und steigert den Güterumschlag

Krefeld: Hafen trotzt allen Schwierigkeiten und steigert den Güterumschlag
Das Krefelder Container Terminal (KCT) profitiert von den Neuansiedlungen wie Brockmann Holz, Bauhaus und VGG Handels AG. FOTO: Hafen
Krefeld. Die lange Sanierung des Uerdinger Rheindeichs, Niedrigwasser und Bauarbeiten am Wendebecken - der Krefelder Hafen führt gute Argumente an, um zu erklären, warum der Güterumschlag in der Binnenschifffahrt um 5,2 Prozent zurückgegangen ist. Von Norbert Stirken

Gleichwohl zeigen sich die Geschäftsführer Elisabeth Lehnen und Sascha Odermatt zufrieden mit der Gesamtentwicklung. Der Rückgang von 3,45 Millionen Tonnen auf 3,26 Millionen Tonnen in dem Segment ist nämlich nur die halbe Wahrheit. Gleichzeitig hat das Gütervolumen im Bereich der Hafeneisenbahn deutlich um mehr als 33 Prozent zugenommen. 1,28 Millionen Tonnen standen zum Ende des Jahres 2014 zu Buche, und der Trend hält an. In der Summe ein Wachstum um 3,05 Prozent auf 4,54 Millionen Tonnen. Der Jahresumsatz beläuft sich auf 8,875 Millionen Euro.

Seit Jahresbeginn fährt ein Zug dreimal die Woche nach Posen in Polen, um Waren für Ikea nach Krefeld zu transportieren. Zuvor fuhren bereits zweimal wöchentlich Züge nach Warschau und viermal wöchentlich nach Montara in Italien. Ferner bedient das Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) des Krefelder Rheinhafens Unternehmen im Stadtgebiet und über das Netz der Deutschen Bahn bis nach Moers, Oberhausen und Marl-Hüls. Der Transport zahlreicher Güter wie Getreide- und Lebensmittel, aber auch Fahrzeuge, Maschinen und Halbfertigprodukte wurde wegen der Widrigkeiten mit Niedrigwasser und Sperrung der Unteren Rheinwerft in Uerdingen zeitweise vom Rhein auf die Gleise verlagert. Entsprechend waren die per Schiff transportierten Mengen um 21 beziehungsweise 19 Prozent rückläufig. Ein Minus von 12, 4 Prozent ist auch bei den chemischen Produkten zu verzeichnen. Maßgebend sind dabei die Unternehmen aus dem Chempark.

In die entgegengesetzte Richtung zeigt die Kurve bei Düngemitteln. Die Menge hat um 135,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr zugenommen. "Nach dem Großbrand bei Compo pendelt sich das Geschäft wieder auf das alte Niveau ein", erklärte Elisabeth Lehnen den Rekordzuwachs. Auch das Segment Stahl und Metall boomte mit plus 30 Prozent. Das Thyssen Krupp Stahlcenter hat erstmal die Grenze von 250 000 Tonnen überschritten.

Die Geschäftsführer des Hafens: Elisabeth Lehnen und Sascha Odermatt. FOTO: Lammertz, Thomas (lamm)

Dass es nicht nur im Zuggeschäft, sondern auch bald wieder im Güterumschlag Binnenschifffahrt aufwärtsgeht, steht für die beiden Hafen-Verantwortlichen außer Frage. Mit der Neuansiedlung der VGG Handels AG, Brockmann Holz und Bauhaus steige allein der Containerumschlag im Krefelder Terminal um mehr als 10 000 TEU (eine Abkürzung für den deutschen Standardcontainer). Im vergangenen Jahr wurden dort an der Hafenspitze 146 000 TEU umgeschlagen. Exakt wurden 77188 Container bewegt. Das heißt, dass in Krefeld bevorzugt nicht der 20-Fuß-, sondern der 40-Fuß-Container genutzt wird.

"Wir sind mit Nachdruck dabei das Bild des Schmuddelhafens abzulegen", erklärte Elisabeth Lehnen. Lag der Schwerpunkt der ansässigen Unternehmen lange Zeit bei Recycling, Steine und Erden, so seien über die Jahre andere Branchen hinzugekommen. Die Weiße Ware (Kühlschränke, Waschmaschinen, Trockner) der VGG Handels AG, Holz und Güter der Baumarktkette Bauhaus sowie sauberer Container polierten das Image. Dessen ungeachtet betont Elisabeth Lehnen, dass es für die Recyclingfirmen keinen besseren Standort als den Hafen gebe. Es werde sogar darüber nachgedacht, für sie eine eigene Anlegestelle zu bauen.

Quelle: RP
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