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Krefeld
Hafen will die Südwerft ertüchtigen

Krefeld. Die Stadt soll noch in diesem Jahr den Aufstellungsbeschluss für einen B-Plan fällen. Von Norbert Stirken

Das Stahlwerk Becker im Krefelder Hafen ist längst Geschichte. Das Unternehmen selbst existiert seit vielen Jahrzehnten nicht mehr. Gleichwohl sind am Rhein noch Relikte aus der früheren Geschäftstätigkeit zu entdecken. Die Südwerft soll demnächst wieder so ertüchtigt werden, dass Schiffe dort anlegen können und die Ladung gelöscht und umgeschlagen werden kann. Jürgen Hengst, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Krefelder Hafen GmbH & Co KG, berichtete gestern im Gespräch mit unserer Zeitung, dass der Rat der Stadt in einer seiner nächsten Sitzungen noch in diesem Jahr den Aufstellungsbeschluss für einen entsprechenden Bebauungsplan fällen solle.

Über mögliche Kosten machte er zum jetzigen Zeitpunkt keine Angaben. Die Südwerft liegt in etwa gegenüber den Neuansiedlungen Holz Brockmann (in 2015) und der IMR Innovative Metall Recycling GmbH (in 2012) und ist derzeit nicht nutzbar. Das Areal ist von Grün überwuchert. "IMR handelt mit hochwertigen Metallen und ist sehr daran interessiert, das per Schiff verschickte Material direkt vor dem Firmengelände ab- und aufzuladen", informierte Hengst. Über diesen Betrieb hinaus werde die Südwerft auch für andere Unternehmen interessant.

Innovative Metal Recycling ist erst 2008 gegründet worden. Das Familienunternehmen an der Hentrichstraße hat 25 Millionen Euro investiert - die Hälfte der Summe kam Krefelder Unternehmen zugute - und rund 50 neue Arbeitsplätze geschaffen. Auf dem 50 000 Quadratmeter großen Gelände wurden ein Büro-Gebäude und zwei Hallen errichtet. Das Konzept des Unternehmens besteht im Einkauf und Verkauf von Altmetallen (Kupfer, Kupferlegierungsschrotte, Edelstähle, Messing, Bronze, Rotguss, Aluminium) aus gewerblicher und öffentlicher Hand, aus Montage und Abbruch. In einer speziellen Halle werden die Schrottteile mit modernster Analyse- und Verfahrenstechnik so aufbereitet, dass sie getrennt und in gleichbleibender Qualität als Rohstoffe wieder eingeschmolzen werden können. Eine zweite Halle dient der Zerkleinerung der Teile. Während die unterschiedlichen Materialien mit Sattelschleppern angeliefert werden, wird der aufbereitete Schrott derzeit noch ausschließlich mit Eisenbahnwaggons zum Einschmelzen transportiert. Für den europaweiten Export, etwa nach Finnland, wäre die Südwerft von großem Nutzen.

Quelle: RP
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